Fastenzeit: Verzicht nicht nur einfach. Zurückhaltung fällt oft schwer, gerade wenn es um Alkohol und Süßigkeiten geht. Wer fastet heuer im Bezirk Waidhofen?

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:37)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Viele verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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Waidhofens Bürgermeisterin Eunike Grahofer.
Schwab

Der Aschermittwoch ist da. Das kann nur eines bedeuten: Die Fastenzeit 2021 beginnt. Viele Menschen verzichten in dieser Zeit auf Alkohol, Süßes, Rauchen, Fleisch und vieles mehr. Das Fasten hört aber nicht bei Lebensmitteln auf. Manche versuchen auch, das Handy weniger in die Hand zu nehmen oder gar auf das Auto zu verzichten. Wie gehen die Waidhofner die Fastenzeit an?

Beim Groß Sieghartser Pfarrer Josef Pichler nimmt die Fastenzeit natürlich auch wieder einen wichtigen Stellenwert ein. Noch dazu will er seit Corona neue Prioritäten setzen. „Ich habe selbst die Krankheit überstanden und stehe kurz vor der Pensionierung. Da ist die Zeit gerade perfekt, Dinge zu ändern“, schildert Pichler. So versuche er weniger Fleisch zu essen und bevorzugt lokal einzukaufen. „Man muss nicht immer exquisite Produkte von weiß Gott woher importieren“, betont er.

Das Fasten findet auch Erwähnung in Pichlers Buch „Gedanken eines Pfarrers“, das im Dezember erschienen ist. Darin erklärt er auch, warum das Fasten wichtig sei. „Es ist nicht nur ein Verzicht. Das Fasten gibt auch spirituelle Kraft, die in anderen Religionen durch Meditation erreicht wird.“

Der Pfarrer von Groß Siegharts, Josef Pichler.
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Auch Waidhofens Bürgermeisterin Eunike Grahofer hat sich heuer vorgenommen, zu fasten. Aus dem Speiseplan streichen will sie vor allem den den Zucker. „Neben dem Verzicht auf Süßes versuche ich es auch vermehrt mit leichteren Speisen, wie Suppen“, erklärt sie. Das Fasten sei für sie insofern wichtig, da vielleicht doch bald wieder Feste kommen und damit einher das schwere Essen.

Keinen speziellen Fastplan, aber insgesamt weniger essen will der Raabser Bürgermeister, Rudolf Mayer. „Momentan komme ich eigentlich eh nicht viel zum Essen, weil ich relativ viel um die Uhren habe. Sonst schaue ich auch, dass ich viel Wasser trinke“, erzählt er. Ein wirkliches Fasten ist es für Mayer aber nicht. „Ich habe mir schon öfter Ziele gesetzt, aber wirklich erreicht habe ich sie selten. Fleisch macht mich dann doch schwach“, lacht Mayer.

Auch Bezirksbäuerin Renate Kainz hat sich schon öfter am Fasten versucht, mit gemischtem Erfolg. „Es gelingt mir leider oft nicht“, offenbart sie. Auch wenn sie heuer noch keine Pläne zum Fasten hat, wäre die Idee dafür in Coronazeiten laut ihr gar keine schlechte. „Man hat gerade nicht die Möglichkeiten, mit Leuten zusammenzukommen und kann sich so wahrscheinlich besser zurückhalten.“

Bezirksbäuerin Renate Kainz.
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Fasten nicht nur für das eigene Wohl

Der Dechant der Pfarre Waidhofen, Josef Rennhofer.
NÖN

Aus den bisherigen Antworten ist zu entnehmen, dass das Fasten in der heutigen Zeit generell viel mit der persönlichen Gesundheit in Verbindung gebracht wird. Aber war der ursprüngliche, religiöse Hintergrund nicht ein ganz anderer? „Der Fastengedanke hat sich mit der Zeit immer mehr vom Glauben entkoppelt. Fasten ist bei den Menschen eigentlich nur mehr zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse da. Es geht aber in Wahrheit darum, dass durch den persönlichen Verzicht die Gemeinschaft profitiert“, schildert der Waidhofner Dechant, Josef Rennhofer.

Von dieser Seite aus betrachtet, wäre der Verzicht auf Essen aus moderner Sicht sekundär. Andere Aspekte wären da laut dem Dechant wichtiger: „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen darauf verzichten, rund um die Uhr schlechte Nachrichten zu hören und Gehässigkeiten weiterzuverbreiten. Zu viel Schlechtes wird gerade in uns hineingestopft. Das bringt Menschen auseinander.“ Der Fastenvorsatz und Ratschlag des Dechants lautet also, nicht beim Essen zu sparen, sondern beim Medienkonsum.

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