Feuerwehren: Einsatzbereitschaft ist gesichert. Die Coronavirus-Situation hat auch Auswirkungen auf die Freiwilligen Feuerwehren. Bei über 4.700 Feuerwehrmitgliedern im Bezirk Waidhofen besteht ein gewisses Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Deshalb wurde umfangreiche Schutzmaßnahmen für die Mitglieder getroffen.

Von NÖN Redaktion und Gerald Muthsam. Erstellt am 24. März 2020 (18:14)
Symbolbild
Bilderbox.com, Erwin Wodicka

Vom NÖ Landesfeuerwehrverband wurde angeordnet, alle Übungen, Schulungen, Fortbildungen, Ausbildungsprüfungen und Zusammenkünfte im Feuerwehrhaus bis auf Widerruf zu unterlassen. Das Risiko ist zu groß, dass im Falle eines infizierten Feuerwehrmitglieds eine ganze Feuerwehr unter Quarantäne gestellt wird und somit nicht mehr einsatzbereit ist.

Aus- und Fortbildungen, Tests und Funkübungen für Jugend bis Ende April abgesagt

Bis Ende April wurden (vorerst) im Bezirk Waidhofen elf Ausbildungstermine, Fortbildungstermine, Funkübungen und Wissenstests für die Feuerwehrjugend abgesagt. Gestattet sind Zusammenkünfte innerhalb der Feuerwehr derzeit nur für Einsätze und dringende Reparaturen. Besondere Anweisungen gibt es derzeit auch für den Einsatzdienst. Bei "nicht-zeitkritischen" Einsätzen (bei denen keine Menschen oder Tiere gefährdet oder verletzt sind) wird bis auf Weiteres nur mittels direkten Telefonanruf beim Feuerwehrkommando alarmiert. Damit soll sichergestellt werden, dass nur mit dem einsatztaktisch zwingenden erforderlichen Einsatzpersonal ausgerückt wird.

Alarmierung: „Unterscheiden, was wirklich wichtig ist"

Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger bittet die Bevölkerung auch, bei der Alarmierung klar zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist und was nicht. „Das heißt, für die Katze am Baum wird die Feuerwehr derzeit nicht ausrücken“, gibt Damberger klar zu verstehen. „Brand- oder lebensrettende Einsätze sowie Unfälle werden selbstverständlich in der gleichen Qualität durchgeführt. Weder langsamer oder schneller.“ Alleine bei Türöffnungen und bei Arbeiten wo mit Menschen direkt Kontakt bestünde, würden seitens der Feuerwehren besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie arbeiten mit Helm und Sichtschutz und Handschuhen. „Wir werden etwas sensibler vorgehen, aber die Bevölkerung kann davon ausgehen, dass wir zu 100 Prozent mit der gleichen Qualität rund um die Uhr zur Verfügung stehen“, versichert Damberger.

Auf längeren Zeitraum eingestellt

Die Feuerwehren stellen sich aber auch auf einen längeren Zeitraum zur Bewältigung der Virussituation ein. Der NÖ Landesfeuerwehrverband hat weitere Schutzmaßnahmen für die Feuerwehren ergriffen. Jede Feuerwehr wurde vor kurzem mit Handdesinfektions- und Flächendesinfektionsmittel zur Aufrechterhaltung der notwendigen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen innerhalb der Feuerwehren ausgestattet. Zusätzlich wurden die aus Zeiten der Vogelgrippe vorhandenen Schutzmasken an alle Feuerwehren im Bezirk Waidhofen an der Thaya verteilt. Damit soll der größtmögliche Schutz der eigenen Einsatzkräfte sichergestellt werden.

Feuerwehr Venstenpoppen-Wohlfahrt spendet Masken

Unterstützung kommt von der Feuerwehr derzeit auch für das medizinische Schlüsselpersonal. Dort werden dringend Schutzmasken benötigt. Aus dem Bestand der Schutzmasken für die Vogelgrippe wurden am Montag von der Feuerwehr Vestenpoppen-Wohlfahrts 500 Stück an die Bezirkshauptmannschaft Waidhofen  übergeben. Diese übernimmt die weitere Verteilung an das Gesundheitspersonal. 

Erste Feuerwehrfeste abgesagt und verschoben

Die Virus-Krise bringt auch bereits erste Absagen von Feuerwehrfesten mit sich. Da der weitere Verlauf nicht abzusehen ist, wurde vorsorglich das allseits bekannte Dorffest in Heinreichs (1.-3. Mai) abgesagt und soll zu einem späteren Termin veranstaltet werden. Die Florianifeier in Pfaffenschlag, bei der auch das neue Hilfeleistungsfahrzeug 2 gesegnet werden sollte, wurde bereits abgesagt und wird ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.