Geflügelpest-Verordnung: Stallpflicht für Hühner. Bezirk Waidhofen/Thaya: Als Vorsichtsmaßnahme darf Geflügel nicht ungeschützt ins Freie. Verdächtige Funde müssen gemeldet werden.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 12. Januar 2021 (15:09)
Symbolbild

Die Vorbeugemaßnahmen gegen die Geflügelpest werden wieder verschärft. Im Bezirk wurden zehn Gebiete mit erhöhtem Risiko festgelegt. Betroffen sind also ein Großteil der Gemeinden, unter anderem Raabs, Dobersberg, Vitis und Waidhofen.

Als wohl wichtigste Maßnahme müssen Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel jetzt dauerhaft in Stallungen gehalten werden. Dadurch soll der Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot bestmöglich verhindert werden.

Ausgenommen sind dabei Haltungen, in denen durch Netze oder ähnliche Mittel der Kontakt zu Wildvögeln verhindert wird und zumindest die Fütterung in einem Stall oder Unterstand erfolgt. Neben diesen Maßnahmen gilt jetzt auch eine Meldepflicht für Veranstaltungen mit Geflügel oder anderen Vögeln.

Beleuchtung schafft Eindruck eines natürlichen Tagesverlaufs. Erwin Mauritz betreibt eine Geflügelzucht in Tiefenbach. Zumindest für ihn sind die neuen Anweisungen nur halb so schlimm. „Meine Hühner müssen halt jetzt im Stall bleiben. Von anderen höre ich öfter, dass die Hühner das nicht aushalten. Für mich ist das aber kein großes Problem“, erklärt Mauritz. Mittels eines speziellen Beleuchtungssystems und eines gestaffelten Lichtprogramms gibt er den Hühnern auch drinnen den Eindruck eines natürlichen Tagesverlaufs. Einen Vorteil hat die dauerhafte Stallhaltung sogar: „Dadurch habe ich jetzt keine Verluste durch Füchse und andere Raubtiere mehr.“ Die neuen Regelungen sind aktuell noch reine Vorsichtsmaßnahmen, nachdem es einigen Nachbarländern Österreichs, unter anderem Deutschland, zu einigen Fällen der Geflügelpest gekommen war. Die letzten Fälle im Bezirk Waidhofen liegen etliche Jahre zurück. „Wir senden immer wieder verendete Vögel ein, aber positive Ergebnisse gab es jetzt schon lange nicht mehr“, bestätigt Amtstierarzt Franz Appel.

Die Krankheit betrifft vor allem Greif- und Wasservögel. „Wenn jemand einen solchen toten Vogel findet, sollte man dies sofort bei der Polizei oder direkt bei mir melden“, sagt Appel. „Nach einer Inspektion wird der Vogel dann sicher verpackt und an die Agentur für Ernährungssicherheit und veterinärmedizinische Untersuchungen geschickt und untersucht.“ Natürlich bestehe auch bei einem Hausgeflügelbestand Meldepflicht. Bei einer Todesrate von mehr als drei Prozent gilt der Verdacht auf Geflügelpest.