Grenzschließung ist Problem. Bezirk Waidhofen/Thaya: Fratres von 0 bis 6 Uhr geschlossen. Herka musste Schichtzeiten ändern. Bei Pro Pet unmöglich.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:24)
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Die angekündigte Schließung von Grenzübergängen zu Tschechien sorgte in der Vorwoche für einige Verwirrung bei den Grenz pendlern und den betroffenen Betrieben. Denn anfangs war nicht klar, welche Übergänge geschlossen werden.

Schicht beginnt üblicherweise um 6 Uhr. „Wir haben das Glück, das der Grenzübergang Fratres weiterhin offen bleibt“, erzählt Veronika Pfeiffer-Gössweiner von der Firma Herka in Kautzen, „jedoch mit eingeschränkter Öffnungszeit von 6 bis 24 Uhr. Das Problem war, dass unsere Schicht üblicherweise um 6 Uhr begonnen hat. Wir mussten die Schichtzeiten ändern - auch für die österreichischen Mitarbeiter und die sind natürlich nicht glücklich damit. Aber die Ursache liegt nicht bei uns als Firma.“ Herka arbeitet in drei Schichten, die Schichtzeiten sind jetzt kürzer, weil beim Schichtwechsel zirka eine Viertelstunde Zeit benötigt wird, damit die Mitarbeiter einander nicht begegnen. Solange diese Grenzöffnungszeit so bleibt, würden auch die geänderten Schichtzeiten bleiben.

Muss sich Information selbst organisieren. „Das Hauptproblem jedoch ist, wie man die Dinge erfährt“, beklagt Pfeiffer-Gössweiner. „Mein Mann hat zufällig über die Medien erfahren, dass Grenzübergänge geschlossen werden. Nur war daraus nicht erkenntlich, welche. Daraufhin haben wir bei der Polizei in Gmünd angerufen, die konnten über Fratres keine Auskunft geben. Die Polizei in Waidhofen teilte uns die Einschränkung für Fratres mit und dass auch streng kontrolliert wird.“ Mühsam sei, dass man sich die genauen Informationen selber beschaffen müsse.

„Mittlerweile wissen wir zum Glück schon, wo wir uns informieren können“, sagt Pfeiffer-Gössweiner. „Die Website des ÖAMTC ist da sehr geeignet, und wir sind mit dem tschechischen Ministerium auf Facebook verbunden. Aber es ist einfach anstrengend. Wir würden uns wünschen, dass wir ein bisschen mehr Zeit hätten, um uns darauf einzustellen. Da fehlt mir auch etwas die Wertschätzung gegenüber den betroffenen Personen. Wir haben auch Aufträge, die erfüllt werden müssen, sonst zahlen wir Pönale. Dann ist die Frage, ist das höhere Gewalt oder nicht?“

Zusätzlich zwei Stunden Fahrtzeit für Mitarbeiter. Würde Fratres komplett gesperrt, müssten die Dienstnehmer über Grametten oder einen anderen Grenzübergang kommen. „Das wären zusätzlich zwei Stunden Fahrtzeit und bei der jetzigen Schneelage auch ein Wahnsinn“, weist Pfeiffer-Gössweiner hin.

Pro Pet zu groß, um Schichten zu ändern. Auch die tschechischen Mitarbeiter der Firma Pro Pet in Gastern sind von der eingeschränkten Grenzöffnung in Fratres betroffen. „Unsere Frühschicht beginnt auch um 6 Uhr, jedoch ist eine Änderung bei den Schichten nicht möglich, dafür ist unsere Firma zu groß“, berichtet Irene Schuh in Vertretung von Pro-Pet-Betriebsleiter Gerald Wais. „Unserer Mitarbeiter nehmen den Umweg in Kauf, und wir müssen aktuell deshalb mit keinen Ausfällen aufgrund der Grenzschließungen bzw. eingeschränkten Grenzöffnungszeiten kämpfen.“ Schuh beklagt gleichfalls die Mühsamkeit, korrekte Informationen aktuell zu bekommen und die sehr wechselhaften Verordnungen. „Dies kommt für alle Mitarbeiter belastend hinzu, da jeder dadurch stets entsprechend im Ungewissen ist“, schildert sie die Situation. „Die generellen Maßnahmen sind für alle schon sehr herausfordernd. Erschwerend kommt die Schul-Thematik hinzu, welche die berufstätigen Eltern betrifft. Unter den sozialen Einschränkungen leidet auch jeder und sehnt sich wieder nach mehr Freiheiten, was ja auch schon sehr verständlich ist.“

Firma bietet krisensichere Arbeitsplätze. Positiv sieht Pro Pet, dass die Arbeitsplätze des Unternehmens krisensicher sind und die Firma aufgrund der getroffenen Maßnahmen die Zeit bis dato gut bewältigen konnte.