Große Akzeptanz für Maskenpflicht. Seit Freitag muss in Supermärkten wieder Maske getragen werden. Für das Personal ist das eine Belastung.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:07)

Am Freitag kehrte die Maskenpflicht in Supermärkten zurück. Wir haben uns bei einigen Nahversorgern umgehört, welche Akzeptanz diese Maßnahme bei Kunden und Mitarbeitern findet.

„Am ersten Tag ist noch nicht jeder mit Maske gekommen“, berichtet Bastian Stumvoll vom Adeg Karlstein. „Einige haben sie vergessen, andere haben die Nachrichten nicht verfolgt und nichts über die neuerliche Verordnung gewusst. Für den Fall hatten wir Masken im Geschäft.“ Es hätte auch Verweigerer gegeben, doch auch das hätte mit Gesprächen geklärt werden können.

Kopfschmerzen durch Maske

„Für mich ist die Maske natürlich sehr belastend, denn ich muss sie bis zu 16 Stunden am Tag tragen und habe den ganzen Tag Kopfschmerzen“, klagt Stumvoll. Eine Angestellte erzählt: „Die Leute sagen, wir sind die Armen, weil wir die Masken nun wieder den ganzen Tag tragen müssen.“ Der Markt-Betreiber empfindet es auch ungerecht, dass andere Geschäfte, wie der Bekleidungshandel, keine Maskenpflicht hätten: „Wenn so etwas beschlossen wird, sollte es für alle gelten oder für keinen.“

Manche Kunden vergaßen auf die Maske, fragten aber gleich danach

Katharina Dangl vom Nah&Frisch Gastern erzählt, dass sich die Kunden zum Großteil daran gehalten hätten. „Manche sind ohne Masken hereingekommen, haben aber gleich nach einer gefragt“, schildert sie. „Die Leute sind einsichtig und haben großes Verständnis, und keiner hat sich geweigert eine Maske zu tragen. Für uns als Personal ist sehr mühsam, vor allem wenn man anstrengende Lagerarbeiten machen muss, ist es sehr schwierig zu atmen.“ Keine Maske brauchte man immerhin bei der Bierverkostung, die am Freitag im Freien vor dem Markt stattfand.

Weder Kunden noch Mitarbeiter erfreut

Keine Probleme mit den Masken gab es auch bei Adeg Kautzen. „Aber erfreut sind weder Kunden noch Mitarbeiter“, meint Betreiber Karl Kainz. „Für die Angestellten ist es wirklich ein Martyrium, vor allem jetzt in der warmen Jahreszeit ist es sehr hart, wenn man mehrere Stunden die Maske tragen muss.“ Es sei nun einmal verordnet, und man werde sich daran halten, irgendwann werde es wieder vorbeigehen. Wobei Kainz die Maßnahme nicht ganz nachvollziehen kann: „In unserem Gebiet ist noch nie ein Fall in unserer Branche gewesen. In Ballungszentren ist die Gefahr sicher größer.“

„Wieder gewisse Gewohnheit“

Durchwegs Verständnis für die Maskenpflicht gibt es bei den Kunden von Walter Nitsch vom Nah&Frisch Windigsteig. „Es herrscht auch schon eine gewisse Gewohnheit dafür“, meint der Betreiber. „Die meisten Kunden hatten eine Maske mit, 10 bis 15 Prozent hatten keine, hier haben wir gratis welche zur Verfügung gestellt. Es ist für die Allgemeinheit notwendig und schützt mich und die anderen.“

Keinen Unmut gab es auch in der City Greißlerei Waidhofen von Tanja Schindl.„Die Leute nehmen es so wie es ist. Es ist so verordnet, und sie halten sich daran. Kunden, die ohne Masken kamen, und merkten, dass sie eine brauchen, fragten sehr schnell, ob wir eine für sie hätten.“