Kirchen sind wieder in Betrieb. Übers Aufsperren darf sich auch die Kirche freuen. Erste Gottesdienste im Bezirk Waidhofen/Thaya moderat besucht.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 20. Februar 2021 (04:30)
Rund 70 Leute dürfen in der Waidhofner Stadtpfarrkirche Platz nehmen.
NOEN, Michael Schwab

Etwas zu still wurde es in den Kirchen nach Weihachten. Die Messen an den Feiertagen waren die letzten großen Gottesdienste, ehe es auch für die Kirche in den Lockdown ging. Jetzt wurden mit der Öffnung erste Schritte gesetzt, um wieder Leben in die Hallen zu bringen.

Einschränkungen gibt es trotzdem einige und allzu viele Leute dürfen sowieso nicht hinein. „Wir können in unsere Kirche etwa 70 Leute reinlassen“, schildert Dechant Josef Rennhofer. An das Limit sei man bisher aber eh nicht gekommen. „Der Besucherzahlen der Gottesdienste sind im Rahmen. Viele trauen sich auch einfach nicht.“ Verboten ist weiterhin der kollektive Gesang, mit Maske wahrscheinlich ohnehin schwierig.

Kein Berühren erlaubt: Asche wird auf Kopf gestreut. Bei der Umsetzung alter Traditionen liegen laut Rennhofer ebenfalls einige Steine im Weg. „Jetzt am Aschermittwoch dürfen wir mit dem Aschekreuz nicht die Stirn berühren. Wie im Mittelalter wird die Asche auf den Kopf gestreut“, erklärt der Dechant. Besser als gar nicht lautet aber die Devise. „Wir freuen uns jetzt auf die Fastenzeit. Ostern macht mir aber noch leichte Sorgen.“ Kein Wunder, wenn der nächste Lockdown ominös über Allem schwebt.

Deshalb wünscht sich Rennhofer auch mehr Disziplin bei den Maßnahmen. „Ich merke immer wieder, dass sich Leute nicht an den Abstand halten und vieles wird auch einfach kleingeredet.“

Nur jede dritte Bank besetzt. Auch in Groß Siegharts sind die Gottesdienste wieder angelaufen. „Am Sonntag waren etwa 40 bis 50 Leute in der Kirche“, sagt Pfarrer Josef Pichler. Wo sonst an einem Wochenende 200 da wären, ist er schon froh über diese Zahlen. Die Einschränkungen sind auch hier gravierend, nur jede dritte Bank ist besetzt.

Testpflicht vielleicht auch in der Kirche

Nachdem der Zuspruch in der Bevölkerung zum Testen an Fahrt aufnimmt, überlegt auch die Pfarre Groß Siegharts auf den Zug aufzuspringen. „Wir beraten gerade, ob wir nicht für die anstehende Erstkommunion oder auch die Osternacht einen negativen Test erbitten“, erklärt Pichler. Für ihn wäre das der Weg, um wieder Sicherheit zu gewinnen.

Falls tatsächlich der nächste Lockdown vorher eintreffen sollte, will Pichler wie letztes Jahr eine Videobotschaft für die Pfarrgemeinde aufnehmen. Noch bestehe aber die Hoffnungen auf größere Osterfeierlichkeiten „live“ in der Kirche.