Kleinen Wehren droht das Ende. Im Jänner wählen die Feuerwehren ihre Kommandanten. Eine Wehr steht fix vor dem Aus, zwei bis drei andere wackeln.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:55)
Symbolbild.
APA

Die Feuerwehren stehen vor einer großen Herausforderung. Während sich die Corona-Lage verschärft, stehen erneut Wahlen auf allen Ebenen des Feuerwehrkommandos an. Schon im Jänner wählen die Wehren im Bezirk ihre zukünftigen Kommandanten. Normalerweise würden diese Wahlen während einer großen Versammlung stattfinden. Da das aber heuer nicht wie gewohnt umsetzbar ist, wurden zwei Wahlsysteme unter Berücksichtigung der Sicherheitsmaßnahmen entwickelt.

Die Wahl des Wahlsystems

Mit einem entsprechend großen Raum wäre zum einen eine relativ „normale“ Versammlung möglich. Am entsprechenden Wahltag würden die dann geltenden Covid-Regelungen umgesetzt werden müssen. Da einige Feuerwehrhäuser für diese Möglichkeit zu klein wären, müsste gegebenenfalls auch in einen größeren Raum ausgewichen werden. „Mit ausreichend Platzkapazitäten im Feuerwehrhaus oder dem Gemeindesaal kann sicher einer Mitgliederversammlung unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen durchgeführt werden“, erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger.

Da die Wahlen schon mit Anfang Jänner starten, würden auch einige der Versammlungen mitten in den Lockdown fallen. Das wäre laut Damberger aber kein Problem. „Wir sind rechtlich in der Lage auch im Lockdown die Wahl durchzuführen.“

Die zweite Lösung bei Platzproblemen

Als Alternative zur herkömmlichen Wahlversammlung wäre eine politische Wahl angedacht. Dann könnte jedes Mitglied einzeln seine Stimme abgeben und danach wieder nach Hause fahren. Das würde dann ähnlich einer Gemeindewahl ablaufen. Welches System wirklich zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Bürgermeister in Absprache mit den Wehren ab. Die Umsetzung wäre also von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger.
Fischer

„Ich schätze, dass sich die Umsetzung der Systeme etwa bei 50:50 halten wird. Das kann sich aber gerade aufrund des Lockdowns noch schnell ändern“, meint Damberger.

Eine Wehr steht fix vor dem Aus

Die Ergebnisse der Wahlen sind natürlich noch offen, doch Veränderungen wird es im Bezirk garantiert geben. Vor allem in kleinen Wehren würden geringe Mitgliederzahlen und schwindender Nachwuchs immer mehr Probleme mit sich ziehen. Betroffen sind davon mehrere, doch die Auflösung einer Wehr ist bereits fix: Gilgenberg in der Gemeinde Waldkirchen. „Die Mitgliederanzahl ist sehr gering. Es findet sich kein neuer Kommandant mehr“, schildert Damberger. In der nächsten Gemeinderatssitzung soll jetzt entschieden werden, welche Feuerwehr das Einsatzgebiet übernimmt.

Kommandantenposten birgt Verantwortung

Auch an zwei bis drei weiteren Orten soll es laut Damberger Diskussionen um den Fortbestand geben. „Ziel wäre es natürlich gewesen, alle Wehren aufrecht zu erhalten. Die Aufgabe des Kommandanten ist aber auch eine große Herausforderung und nicht immer findet sich ein Nachfolger“, offenbart der Bezirkskommandant. Gerade in Corona-Zeiten habe jeder Kommandant ganze neue Aufgaben zu erfüllen. Ein zusätzlicher Aufwand, der vielleicht einige potenzielle Kandidaten abschreckt.

Aufrechterhaltung der Jugend oft schwierig

„Es ein Jammer bei uns. Der Nachwuchs wird immer mehr zum Problem“, klagt der Abschnittskommandant von Dobersberg, Gerald Dimmel. Die kleinen Wehren hätten massive Probleme, überhaupt eine Jugendfeuerwehr aufrechtzuerhalten. Schließlich würde diese viel Zeit und Geld benötigen.

Nachfolge in Grafenschlag ungewiss

In einer schwierigen Situation befindet sich auch die Feuerwehr Grafenschlag. Nach dem plötzlichen Tod des stellvertretenden Kommandanten Martin Ableitinger weiß dort niemand so recht, wie es weitergehen soll. Der aktuelle Kommandant, Gerhard Süss, wollte eigentlich zurücktreten. Martin Ableitinger wäre bereit gewesen, bei der Wahl anzutreten, um den Kommandantenposten zu übernehmen. Laut Süss soll in einer kommenden Mitgliederversammlung über die weitere Vorgehensweise entschieden werden. „Wahrscheinlich wird ein neuer Stellvertreter gewählt werden. Aufgrund der Situation, habe ich mich auch bereit erklärt, noch ein Jahr als Kommandant dranzuhängen, sollte sich kein Nachfolger finden“, erklärt Süss.

Veränderungen in Raabs

Im Raabser Abschnitt steht auch eine Zusammenlegung im Raum. Welche Wehr davon betroffen ist, wollte Abschnittskommandant Kurt Liball aber noch nicht verraten. Fix ist aber, das Eibenstein bei Raabs einen neuen Kommandanten bekommen wird.

Abschnittskommandant Raabs Kurt Liball.
FF

Der bisherige Kommandant Wolfgang Gruber wird zurücktreten.

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