Meinungen zu Corona-Maßnahmen: „Wenn es nicht anders geht“

Die Politik im Bezirk Waidhofen/Thaya ist sich einig, dass Maßnahmen notwendig sind. Für manche sind es nur die falschen oder zu späten Entscheidungen.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:31
Corona Coronavirus Symbolbild
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Die Themen Lockdown und Impfen polarisieren gerade mehr denn je. Zumindest in einem Punkt ist sich die Politik im Bezirk aber einig: ohne Lockdown kann es nicht weitergehen.

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Eduard Köck (ÖVP) schlägt eine Prämie für Impfungen vor.
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„Eine erneuter Lockdown ließ sich nicht mehr verhindern. Da müssen wir jetzt wohl durch“, meint ÖVP-Bezirksvorsitzender Eduard Köck. Ob der Lockdown nicht einige Wochen früher sinnvoller gewesen wäre, ist für ihn diskutabel. „Vorher weiß man nie, wie sich die Lage entwickelt und dann muss man eben kurzfristig die Reißleine ziehen“, meint er.

Vorschlag: Mit Prämie zur Impfung bewegen

In puncto Impfpflicht ab Februar sagt Köck: „Wenn es bis dahin nicht alle schaffen, sich impfen zu lassen, wird es wohl nicht anders gehen. Wir können nicht alle paar Monate in den Lockdown gehen. Alle sollten zur Impfung bewogen werden, wenn es keinen gesundheitlichen Grund dagegen gibt. Das geht offensichtlich nur mit einer Pflicht, vielleicht kann man das ja mit einer Prämie für alle Geimpften verbinden.“

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Martin Litschauer (Grüne) hätte frühere Maßnahmen gewünscht.
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Auch der Nationalratsabgeordnete und Bezirkssprecher der Grünen Martin Litschauer steht hinter dem Lockdown: „Unsere Gesundheitseinrichtungen sind an der Belastungsgrenze. Es geht nicht mehr anders und entsprechende Maßnahmen sind notwendig“, betont er. „Ich hätte mir nur gewünscht, dass die einzelnen Bundesländer schon früher bereit gewesen wären, die Maßnahmen zu verschärfen, um diese Welle einzudämmen.“ Für ihn hätte es gar nicht so weit kommen müssen.

Umstritten ist aktuell auch die Entscheidung der Regierung, die Schulen offen zu lassen. Dazu meint Litschauer: „Den Schülern muss das Lernen natürlich grundsätzlich weiter ermöglicht werden. Wenn die Lage dabei genau überwacht und viel getestet wird, sollte es funktionieren.“ Bei der Impfpflicht müsse man laut Litschauer erst die genauen Diskussionen abwarten. Die Prioritäten würden bei den Lockdownmaßnahmen liegen.

„Streit ist an der Tagesordnung“

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Gottfried Waldhäusl (FPÖ) wirft der Regierung Versagen vor.
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Harsche Kritik übt FPÖ-Bezirksvorsitzender Gottfried Waldhäusl: „Dank der falschen Entscheidungen unserer überforderten Bundesregierung stehen wir jetzt vor weitreichenden Maßnahmen für alle Menschen, in so gut wie allen Bereichen herrscht Unverständnis. Die Geimpften sind jetzt die Geschnapsten, denn entgegen allen Versprechungen von Türkis-Grün befinden sie sich nun ebenfalls im Lockdown.“ So hättte man es geschafft jeden, egal ob geimpft oder ungeimpft zu verärgern, sowie „ bis hinein in den engsten Familien- und Freundeskreis zu spalten“. „Anstatt wie ein Familienvater für Zusammenhalt zu sorgen, ist oft Streit an der Tagesordnung“, meint Waldhäusl.

Vom SPÖ-Bezirksvorsitzenden Roman Zibusch konnte vor Redaktionsschluss kein Kommentar mehr eingeholt werden.