Mutter brach Säugling Beinchen und Rippen. Vier Wochen alt, wurde Baby von 22-Jähriger geschüttelt und an Beinen senkrecht aus Bettchen gerissen: „War überfordert“, erklärt Dreifachmama aus dem Großraum Groß Siegharts.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 03. März 2020 (15:50)
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Schwerfällig nimmt die hochschwangere Waldviertlerin (22) l auf der Anklagebank in Krems Platz. Ja, in einigen Wochen wäre es mit der Geburt ihres vierten Kindes soweit, antwortet sie auf Nachfrage der Richterin. Und ja, sie wisse, auch dieses Kind würde ihr nach der Geburt genommen und in Obsorge kommen, erklärt sie der Richterin sichtlich um Fassung bemüht.

„Schuldig“, bekennt die Dreifachmutter (22) die Misshandlungen an ihrem dritten Kind. Im Elternhaus ihres Partners und Kindsvaters (28) im Bezirk Waidhofen seien sie untergekommen. Aus einer Notlösung sei halt eine Dauerlösung geworden. Zwei Kinder wären ohnehin schon in der Obhut der Großeltern gewesen, erzählt die Hochschwangere. Nach der Geburt des dritten Kind sei sie überfordert gewesen: „Es hat viel geschrien und mir sind dann öfters die Nerven durchgegangen“, erzählt sie seufzend.

„Sie haben den erst vier Wochen alten Säugling geschüttelt und an den Beinen senkrecht aus dem Gitterbett gerissen?“, hakt die Richterin nach.

„Ja“, gibt die Waldviertlerin zu. Hilfe und Unterstützung vom Kindsvater habe sie nur wenig erhalten. Er habe an der Säuglingsbetreuung nur wenig Interesse gezeigt und nur einmal gesagt, sie solle nicht so grob zu dem Baby sein.

„Seit Jahren nichts arbeiten, nur schlafen, Kinder in die Welt setzen und Computer spielen, das geht gar nicht“, erklärt der Großvater (48) das angespannte Verhältnis zu seinem Sohn. Der mitangeklagte Sohn hört den kritischen Worten des Vaters im Zeugenstand gelassen zu. Er beteuert seine Unschuld und will von den Misshandlungen an dem Baby nichts mitbekommen haben. Er verwickelt sich aber in Widersprüche und wird letztlich der Vernachlässigung für schuldig befunden und zu zehn Monaten bedingt verurteilt. Für die bislang unbescholtene Mutter setzt es wegen schwerer Körperverletzung - das Baby erlitt Rippenbrüche, einen Schienbeindrehbruch, Einblutungen im Gehirn und eine Eckfraktur am linken Oberschenkel - 20 Monate auf Bewährung. Weiters ordnet die Richterin für das Paar Bewährungshilfe an. Rechtskräftig.