Pfarren zufrieden mit Messen. Zufrieden bis hoffnungsvoll zeigten sich die Pfarren des Bezirks nach den ersten Messen mit den Sicherheitsmaßnahmen. Vertrauen und Sicherheit kommen langsam.

Von Martina Hofer. Erstellt am 21. Mai 2020 (15:21)
In Kautzen dürfen 40 Personen am Gottesdienst teilnehmen. Am Bild: Pfarrer Gerhard Swierzek, Ministranten Kerstin und Kevin Müller, Mesnerin Waltraud Wanko, Organistin Margarete Kern, Anna-Maria Strack und Elisabeth Wanko.
Gerald Muthsam

Seit Beginn der Corona-Maßnahmen gab es am Sonntag erstmals die Möglichkeit wieder an der Heiligen Messe teilzunehmen - nach telefonischer Voranmeldung.

Erfreut und realistisch

Als zurückhaltend beschreibt Dechant Josef Rennhofer das erste Wochenende in Waidhofen. „Der Kirchenbesuch wird sich stufenweise steigern“, sagt er im Gespräch mit der NÖN. „Man muss Ruhe und Vertrauen gewinnen. Die Erwartung, dass alles wieder sofort in gewohnten Bahnen läuft, ist übertrieben. Man braucht auch etwas Geduld.“ Rennhofer habe in den vergangen Tagen mit rund 200 Personen telefoniert.

90 Prozent seien mit den Angeboten der Hauskirche sehr zufrieden und würden daher auch nicht unter dem Druck stehen, schnellstmöglich in die Kirche zu gehen. „Die Generation ab 60 tut sich mit dem Alleinsein vielleicht schwerer, als die Alten, die noch den Krieg miterlebt haben“, meint er. Die derzeitigen Schutzmaßnahmen seien auch eine Chance den Gottesdienst wieder entspannter und ruhiger abzuhalten. „Verantwortungsvolle Zurückhaltung ist gefragt. Es ist nicht die Zeit für pastorale Abenteuer“, sagt Rennhofer.

Platz-Kontingent nicht ausgeschöpft

In der Pfarre Groß Siegharts standen 40 Plätze in der Kirche zur Verfügung. „Am Samstag kamen 20 Personen und am Sonntag waren es 30“, schildert Pfarrer Josef Pichler. „Man merkt, die Leute sind noch abwartend. Das Singen und Beten mit Maske ist ungewohnt.“

Das Schöne sei allerdings, dass der Ordnerdienst die Personen in der Kirche nun wieder persönlich willkommen heiße. Die Rückmeldung der Menschen sei deshalb auch positiv. „Die Leute sind froh, dass sie wieder mit jemanden reden können. Die Kirche hat ja auch einen sozialen Wert.“ Die Menschen hätten auch Verständnis für die Schutzmaßnahmen.

„Man sieht ja, wie schnell sich das Virus verbreiten kann. Wir möchten uns später keine Vorwürfe machen müssen. Die Kerngemeinde ist da und alle werden sich bald wieder zusammenfinden.“

Pfarrer Kasimir Tyrka aus Raabs zeigt sich ebenfalls erfreut: „Am Samstag sind 27 Personen gekommen und am Sonntag schon 39, das war eigentlich sehr schön.“ Die Stimmung in der Kirche beschreibt Tykra als positiv, wenngleich die Schutzmaßnahmen für viele eine Umstellung bedeuteten.

Sicherheitsmaßnahmen befolgt

Pfarrmoderator Gerhard Swierzek ist auch sehr zufrieden mit der Resonanz. Organisatorisch sei dank Pfarrsekretärin Helga Batek alles sehr gut gelaufen. Man hätte keine einzige Mahnung aussprechen müssen, denn die Sicherheitsmaßnahmen seien alle eingehalten worden. Pfarrsekretärin Helga Batek: „Die persönliche Motivation am Gottesdienst teilzunehmen, ist auch bei älteren Personen vorhanden.“ Die Kirchen im Pfarrverband seien zu zwei Drittel besetzt gewesen und in Waldkirchen sowie in Gastern sogar zu einhundert Prozent.

Kirchliche Feste

„Schönheit und Würdigkeit liegt an der Herzenseinstellung und nicht in der Aufwendigkeit“, erwidert Dechant Rennhofer auf die Frage hin, ob es bald wieder Taufen oder Trauungen in der Kirche geben wird. Es sei nicht immer notwendig, das Feiern an die kirchliche Zeremonie zu binden. Man könne auch eine Trauung im kleinen Rahmen durchführen und später Feiern.

Pichler hingegen legt den Menschen nahe, solche Zeremonien zu verschieben. „Ein Erinnerungsfoto mit Gesichtsmaske und Handschuhen ist vielleicht nicht so schön“, schmunzelt der Pfarrer.

Christi Himmelfahrt im Freien möglich

Christi Himmelfahrt und Fronleichnam werden in der Kirche gefeiert. „Kleinere Pfarren wie Buch und Speisendorf haben die Möglichkeit, im Freien den Gottesdienst abzuhalten. Das werden wir für Christi Himmelfahrt und Fronleichnam anbieten, weil es hier nicht so strenge Verhaltensregeln gibt“, sagt Pichler.

Pfarrer Tykra schließt sich an: „Christi Himmerlfahrt wird in Raabs im kleinen Rahmen in der Kirche gefeiert.“ Pfarrsekretärin Batek vom Pfarrverband Dobersberg freut sich: „In Reibers sind bereits 24 von 32 Plätzen reserviert.“