Straßenmeistereien: „Man sieht genug Müll liegen“. Die drei Straßenmeistereien im Bezirk Waidhofen/Thaya stellen trotz geringerem Verkehr im vergangenen Jahr kein geringeres Müllaufkommen fest.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 07. April 2021 (04:18)
Wilfried Altrichter ist um diese Zeit mit dem Aufsammeln von Müll in den Straßengräben beschäftigt: Der Partieführer rückt dafür mit dem Team der Straßenmeisterei Waidhofen aus. Die Flurreinigung steht kurz vor dem Abschluss.
Straßenmeisterei Waidhofen

Wird’s wärmer, dann rücken Straßenmeistereien und Freiwillige aus Gemeinden zu den Flurreinigungen aus. Ist der Müll wegen der geringeren Mobilität im Coronajahr 2020 möglicherweise weniger geworden? Nein, sagen die Straßenmeistereien Dobersberg, Raabs und Waidhofen.

„Es sollte weniger Verkehr gewesen sein, aber beim Müll hat sich das nicht niedergeschlagen“, schildert Martin Hiemetzberger, Straßenmeisterei-Leiter (Waidhofen). Er hat einen guten Überblick, das Aufsammeln von Dosen oder Fastfood-Schachteln wird voraussichtlich dieser Tage abgeschlossen sein.

Er spürt Corona woanders. Die vielen Bürger, die sonst aus Gemeinden für eine saubere Umwelt ausschwärmen, sind heuer aufgrund der Virussituation weniger unterwegs: „Der Aufwand ist für uns größer. Viele Strecken haben wir sonst nicht gehen müssen“, ist Hiemetzberger dankbar für die Hilfe.

Eine Straße, die stets mit Aufwand verbunden ist, ist die B 2: „Man merkt dort den Transitverkehr, wenn man zum Beispiel die Flaschen mit einer Flüssigkeit sieht, die mit Vorsicht zu behandeln ist“, findet er eine Umschreibung für die mit Urin gefüllten Plastikbehälter, die Lkw-Fahrer hinterlassen. 250 Kilometer muss das Waidhofener Team abgehen: „Heuer war das Wetter schön, weil’s nicht nass und kalt war.“ Alles wird getrennt (Alu, Glas, Restmüll), meist werde ein ganzer Container mit Restmüll gefüllt.

„Streifendienst nimmt oft den Müll mit“

Raabs hat mit dieser Aufgabe noch nicht richtig angefangen, weil die Kehrarbeiten noch nicht abgeschlossen und mit dem Brückenneubau in Blumau eine Baustelle besteht (bis zum Sommer). „Der Streifendienst nimmt oft Müll mit“, erzählt Straßenmeisterei-Leiter Franz Rausch, dass so vorgearbeitet wird. Er glaube nicht, dass der Müll weniger geworden ist. Nur eines beobachtet er: „Der eine ärgert sich, wenn der andere etwas rausschmeißt.“

Dobersberg ist ebenso erst am Beginn, weil die Winterdienst-Phase etwa mit der Abtragung der Schneewände noch nicht zu Ende ist. Müll liegt vorwiegend auf verkehrsintensiven Strecken: auf der B 36 von Thaya bis Dobersberg und Fratres oder auf der L 63 von Thaya bis Ruders.

Die Freiwilligen „helfen uns sehr viel“, sagt auch Straßenmeisterei-Chef Norbert Pölzl. „Man sieht sie heuer teilweise gehen in den Gemeinden: Die Bevölkerung legt wirklich Wert darauf.“ Werden alle weniger zu tun haben? „Gefühlsmäßig sieht man immer noch genug herumliegen, obwohl sicher weniger Verkehr war.“