Tschechien-Grenzpendler müssen testen. Seit der Vorwoche brauchen Pendler von Tschechien einen negativen Corona-Test. Testzeiten in Österreich unpraktisch.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:02)
Grenzpendler aus Tschechien brauchen seit 10. Februar einen negativen Corona-Test.
Michael Schwab

Ein ärztliches Attest über einen negativen Corona-PCR- oder Antigen-Test auf Deutsch oder Englisch benötigen seit 10. Februar Pendler von Tschechien nach Österreich. Die Testung darf dabei bei der Einreise nicht älter als sieben Tage sein.

„Wir hatten eine betriebliche Teststraße ins Auge gefasst und auch eine über das Rote Kreuz, aber unsere Mitarbeiter haben sich das alles selber organisiert“, berichtet Veronika Pfeiffer-Gössweiner von der Firma Herka in Kautzen. „Zwei Drittel gingen in Tschechien bei den Haus- oder Zahnärzten testen, der Rest ist zu Teststraßen in Dobersberg, Waidhofen oder zur Apotheke in Raabs gefahren. Nachdem sie in Österreich angemeldet sind und eine E-Card haben, können sie sich auch hier in Österreich gratis testen lassen. Das funktioniert Gott sei Dank, und wir sind sehr froh, dass die Mitarbeiter das selber in die Hand nehmen. Denn das nimmt uns natürlich viel Arbeit ab.“

Tests müssen jede Woche gemacht werden. Die Verordnung ist Mittwoch in Kraft getreten und die Mitarbeiter hätten die Tests am Montag oder Dienstag davor gemacht. Die nächsten Tests müssen dann genau eine Woche später wieder gemacht werden. „Wir haben zwar einigen bei der notwendigen Online-Registrierung geholfen, jetzt wissen sie jedoch, wie das geht, und können es in Zukunft selber machen“, erläutert Pfeiffer-Gössweiner. „Wir haben einen Mitarbeiter der Deutsch und Tschechisch spricht, was natürlich ein riesiger Vorteil ist.“

Große Freude herrscht auch über die geänderte Grenzöffnungszeit ab 5 statt 6 Uhr, denn die Firma änderte zuvor die Schichtzeiten, damit die tschechischen Mitarbeiter keine langen Umwege fahren mussten. „Jetzt haben wir wieder normale Schichtzeiten und es läuft eigentlich alles sehr friktionsfrei im Moment,“ ist Pfeiffer-Gössweiner sichtlich erleichtert. „Wir haben zwar noch in der Näherei eine Stelle offen und Lehrlinge suchen wir nach wie vor. Da gibt es noch Bedarf bei uns.“ Einzig problematisch ist, dass die Test-Straßen erst um 17 Uhr beginnen und Schichtwechsel um 14 Uhr ist. „Wir hatten versucht, dass in Dobersberg schon um 14 Uhr getestet wird, das war leider nicht möglich, da dies zentral verwaltet wird und alle auf die Ehrenamtlichen angewiesen sind“, erklärt Pfeiffer-Gössweiner. „Es gibt zwar auch das betriebliche Testen über die Wirtschaftskammer, nur muss man sich dazu einen entsprechenden Arzt suchen. Wir haben auch eine Betriebsärztin, doch diese hat nicht die Zeit, dies regelmäßig durchzuführen.“

Testzeiten sind für Schichtarbeiter nicht möglich. Vor dem gleichen Problem stand naturgemäß auch die Firma Pro Pet in Gastern. „Die offiziellen Teststraßen sind für uns nicht machbar“, klagt auch Sarah Koller aus der Personalabteilung, „die sind am Abend geöffnet und wir haben Dreischichtbetrieb. Das ist genau die Zeit, die nicht passt. Wir haben lange überlegt, eine Betriebsstraße einzurichten, doch in Tschechien gibt es relativ gute Möglichkeiten, sich kostenlos Testen zu lassen. Wir haben die erste Woche im Betrieb Testungen mit Unterstützung der Betriebsärztin durchgeführt, da haben wir gesehen, dass schon einige tschechische Mitarbeiter getestet waren. Die Mitarbeiter organisieren sich die Tests nun selber.“ Auch sie freut sich über die neue Grenzöffnungszeit: „Das ist wirklich sehr gut, dass dies erreicht wurde. Die Pendler machen ohnehin viel mit.“

Mitabeiter bei der Online-Registrierung unterstützt. Bei der Firma Pollmann war man auch den Mitarbeitern anfangs behilflich bei der Antragsstellung beziehungsweise bei der notwendigen Online-Registrierung. „Dazu haben wir empfohlen, eine der österreichischen Teststraßen in Waidhofen oder Gmünd zu benutzen, damit sie gleich einen übersetzten Corona-Test haben, denn ein tschechischer Test muss zumindest ins Englische übersetzt werden“, erzählt Personalleiter Ernst Wurz. „Das hat aus meiner Wahrnehmung bis jetzt gut funktioniert. Wir haben auch sehr positiv die geänderten Grenzöffnungszeiten zur Kenntnis genommen haben. Für die üblichen Dreischichtpendler, ist das eine ganz wertvolle Sache.“