Waffenkäufe steigen nur minimal. Seit mehreren Jahren nimmt die Zahl der registrierten Waffen landesweit zu. In Waidhofen/Thaya merkt man davon aber nur wenig.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:47)
Die Zahl der Schusswaffen im Bezirk steigt leicht an. Zumindest bei der Waidhofner Jäger- und Schützengilde macht sich das aber kaum bemerkbar. Anmerkung: Das Bild wurde an einem Trainingsabend vor den erneuten Coronaeinschränkungen aufgenommen.
Jäger- und Schützengilde Waidhofen

Die Waffenkäufe steigen. Immer mehr Österreicher schaffen sich Schusswaffen an. Die Gründe dafür sind vielseitig. Ein Gefühl der Sicherheit wird für viele immer mehr zum Bedürfnis. Ein Großteil der Waffenbesitzer wird aber natürlich von Jägern und Sportschützen abgedeckt.

Erneuter Anstieg nur minimal. Zumindest im Waidhofner Bezirk ist der Anstieg an registrierten Waffen aber auch nicht allzu dramatisch. Ein leichter Trend ist trotzdem festzustellen. Waren es zum 1.1.2020 noch 5.645 registrierte Schusswaffen der Kategorien A-C, sind es heuer 5.779. Von einem Waffenboom wie im Jahr 2016, bedingt durch Terroranschläge und Flüchtlingskrise, kann man also nicht wirklich sprechen.

Neukäufe bleiben konstant. Trotzdem steigt die Gesamtzahl der sich in Umlauf befindlichen Waffen seit einigen Jahren kontinuierlich. Bemerken die Waffengeschäfte eventuell eine Veränderung des Käuferverhaltens? Zumindest Büchsenmachermeister Michael Miedler, der in Waidhofen eines der wenigen Waldviertler Waffengeschäfte betreibt, hat im vergangenen Jahr keinen Anstieg der Verkaufszahlen bemerkt. „Es ist im Prinzip gleichbleibend“, sagt er.

Besteht dann eventuell ein Zusammenhang mit einer größeren Zahl an Jägern? „Um die 20 Jäger machen heuer die Jagdprüfung. Es gibt sicher Gebiete, in denen die Zahl stärker steigt, aber bei uns ist das nur minimal“, sagt Bezirksjägermeister Albin Haidl. Also auch dieser Erklärungsversuch führt ins Leere.

Eingeschränkte Aktivität durch Corona. Bei der Waidhofner Jäger- und Schützengilde ist die Lage ähnlich. „Ich habe jetzt schon öfter Berichte gehört, dass sich viele Österreicher wieder bewaffnen. Zumindest bei uns ist das aber sicher nicht so extrem“, schildert Oberschützenmeister Leopold Danzinger. Ganz im Gegenteil: Aufgrund von Corona war zumindest im Verein heuer deutlich weniger los. Auch bei den Mitgliedern halten sich die Waffenkäufe in Grenzen. „Hin und wieder schafft sich natürlich jemand eine neue Waffe an, viele haben auch mehrere. Waffen müssen halt manchmal erneuert werden“, erklärt der Schützenmeister. Außerdem würden Waffen auch oft gebraucht weiterverkauft werden.

Eine simple Erklärung. Der wahre Grund für den Anstieg der Zahlen im Bezirk ist laut dem Schützenmeister ein simpler. „Es könnte gut möglich mit dem Ende der Frist zur Registrierung von Flinten im Zusammenhang stehen“, meint Danzinger. Diese fielen zuvor in die nicht registrierungspflichtige Kategorie D, die aber mittlerweile aufgelöst wurde. Zahlreiche Nachmeldungen spielten im Vorjahr mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle in der Statistik.

Allem Anschein nach kann dem Anstieg der Zahlen also keine allzu große Bedeutung zugewiesen werden.

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