Wegen Corona: Reimen statt Singen bei den Sternsingern. Das Sternsingen fällt heuer großteils Corona zum Opfer. Nur wenige Gemeinden trauen sich, am Umzug festzuhalten.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:33)
Weingartner

Eine Tradition geht neue Wege. Das Sternensingen ist eine der größten Spendeaktionen der Pfarrgemeinden. Heuer fällt der Brauch ausgerechnet in den erneuten Lockdown. Ganz wie früher kann also nicht durch die Straßen gezogen werden. Alternativen gibt es aber einige. Die Umsetzung in den verschiedenen Gemeinden ist dabei unterschiedlich.

Nur Gedichte aufsagen erlaubt, Haus darf nicht betreten werden

Das von Haus zu Haus Gehen ist prinzipiell erlaubt, wenn auch eingeschränkt. So dürfen Innenräume nicht betreten werden. Auch das Singen ist heuer verboten. Damit bleibt als letzte Option nur mehr das Aufsagen der Gedichte vor der Haustür. Im Waidhofner Bezirk verzichten trotz der Erlaubnis zahlreiche Gemeinden auf einen Umzug der Sternsinger.

„Auch mit den Einschränkungen halte ich die ganze Aktion heuer für sehr brenzlig“, schildert der Waidhofner Dechant Josef Rennhofer. Kontakt wäre beim Sternsingen unvermeidbar. „Es heißt, alle sollen während des Lockdowns möglichst zu Hause bleiben, aber das Sternsingen soll trotzdem stattfinden können? Das passt irgendwie nicht ganz zusammen“, meint Rennhofer.

Kein Sternsingen in Waidhofen, dafür Spendeninfos im Pfarrbrief

In Waidhofen muss die Tradition also ein Jahr aussetzen. Das ist nicht nur für den Brauch schade. Auch eine große Menge an Spendengeldern werden jedes Jahr bei der Aktion hereingeholt. Als Alternative werden in Waidhofen Spendeinformationen mit dem Pfarrbrief verschickt. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet. „Wahrscheinlich wird dadurch leider nur ein Teil der üblichen Summe hereinkommen“, sagt Rennhofer. Den Erfolg der Alternative könne man jetzt allerdings noch überhaupt nicht abschätzen.

Auch in Groß Siegharts ist die Entscheidung gegen ein Sternsingen gefallen. „Wir haben diskutiert, uns aber für die sichere Lösung entschieden“, erklärt Pfarrer Josef Pichler. Stattdessen werden Kuverts mit Grußkarten und einem Erlagschein verschickt. „Die Spenden werden heuer sicher geringer ausfallen. Das ist natürlich sehr schade für die Projektpartner, die auf diese Spenden warten“, schildert Pichler.

Im Pfarrverband Dobersberg werden Sternsinger unterwegs sein

Abgesagt wurde aber nicht überall. Im Pfarrverband Dobersberg werden zumindest ein paar Sternsinger unterwegs sein. „Es wird heuer ein bisschen anders sein, aber wir wollen das Sternsingen heuer schon wieder durchführen“, sagt Pfarrsekretärin Helga Batek. Die strenge Einhaltung der Regeln sei dabei besonders wichtig. Die Gruppen sollen so weit wie möglich reduziert werden. „Gesungen wird sowieso nicht. Die Sprüche werden auch nur gekürzt aufgesagt“, erklärt Batek. Ganz auf den Weihrauchduft muss mancherorts also auch im Corona-Jahr nicht verzichtet werden.