Wiedereröffnung: Unterschiedliche Bilanz bei Gastro. Von vollbesetzt bis eher schleppend verlief das erste Wochenende nach Wochen der Gastronomie-Schließung. Busreisen und Feiern fehlen.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:51)

Sehr unterschiedlich fällt die Bilanz der Wirte im Bezirk nach dem ersten Wochenende der Wiedereröffnung der Gastronomie aus.

Vollbetrieb im Café-Restaurant Oswald’s

Erfreute und lachende Gesichter sah man bei Bettina und Jürgen Scharizer vom Cafe-Restaurant Oswald’s in Waidhofen. „Die Gäste kamen gleich am Freitag in der Früh und das aus allen Altersschichten. Es war auch eine Seniorengruppe da, die sich freute, dass wir wieder geöffnet haben“, erzählt Bettina Scharizer.

Unsicherheit um Maskenpflicht

„Verwirrung gab es nur zu Beginn, wo nicht klar war, ob man jetzt zum Gang auf die Toilette und beim Verlassen des Lokals die Maske tragen muss oder nicht.“ Für einen Lokalbesuch müsse man nicht reservieren, für Sonntag Mittag empfiehlt es sich jedoch, da der Andrang hier groß sei. „Die Gäste verhalten sich sehr diszipliniert und fragen, wo sie sich hinsetzten dürfen, jedoch besteht bei uns weiterhin freie Platzwahl, außer ein Tisch ist vorreserviert“, meint die Wirtin. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wurden vier Tische und 20 Sessel aus dem Lokal entfernt. Ansonst fährt man wieder auf Vollbetrieb, es sind alle Mitarbeiter wieder voll angemeldet und es ist auch das ganze Speiseangebot erhältlich.

Verhaltener Start in Dobersberg

Etwas zögerlicher war der Start in Dobersberg. Im Cafe Restaurant Meli’s kamen am Freitag Vormittag zwar die Stammgäste, jedoch lief es sonst noch eher verhalten. Etwas besser sah es Sonntag Mittag aus. Das Abholservice von Speisen lief in den vergangenen Wochen gut, vor allem am Wochenende. Weiterhin kochte man auch für „Essen auf Rädern“, hier kamen in der Quarantäne-Zeit auch noch ein paar Kunden dazu. „Ganz besonders fehlen uns die Feiern, die im Moment nicht stattfinden können“, meint Wirtin Melitta Leuthner.

Ältere Gäste bleiben noch aus

Noch keine Jubelstimmung herrschte auch bei Michael Schmidtmayer vom Gasthaus Schmidtmayer. Er bemerkte vor allem das Ausbleiben von älteren Gästen. Auch für Karl Handl ist es noch nicht so, wie es sein sollte: „Ich muss aber zufrieden sein mit dem Abholservice der letzten Wochen. Pizza und Schnitzel waren und sind noch immer sehr gefragt.“ Verwundert zeigte er sich jedoch über die Erfahrung bei der Personalsuche in den letzten Wochen. „Ich habe nach einer Servicekraft gesucht, und trotz Rekordarbeitslosigkeit keine gefunden“, erzählt der Wirt.

Hoffnung auf Busreisen im Hotel Thaya

„Emotional und wirtschaftlich waren die ersten zwei Tage für uns relativ durchwachsen“, erzählt hingegen Franz Strohmer vom Hotel Thaya in Raabs. „Wir sind froh, wieder offen zu haben und dass viele unserer Stammgäste uns die Treue gehalten haben, aber der Gästezustrom war noch nicht wie sonst.“

Er hoffe, dass demnächst auch wieder Busreisen möglich sein werden, denn diese seien, wie auch die Hotelgäste, ein wesentlicher Teil seiner Kunden. Im Restaurant würden noch Trennwände angeschafft werden, um für die Hotelöffnung die volle Kapazität zur Verfügung zu haben.