Winter zeigte uns schon kräftig seine Krallen. Dieselfahrzeuge benötigten Starthilfe, zahlreiche Verkehrsunfälle, die zum Glück zumeist glimpflich ausgingen. Lkw wollte ohne Ketten von Kautzen nach Radschin.

Von Edith Hofmann. Erstellt am 06. Dezember 2017 (05:02)
FF Waidhofen
Aufgrund der winterlichen Fahrverhältnisse geriet eine Pkw-Lenkerin mit ihrem Mitsubishi in einer Rechtskurve bei der Ortseinfahrt von Puch nach Hollenbach von der Fahrbahn ab. Der Pkw musste von der Freiwilligen Feuerwehr Waidhofen mit dem Ladekran geborgen werden. Die Lenkerin und ihre Kinder blieben unverletzt.

Der Wintereinbruch war von den Meteorologen prognostiziert. Dennoch kam der Schneefall am vergangenen Donnerstag für manche Verkehrsteilnehmer überraschend. Gut gerüstet hingegen waren die Mitarbeiter der drei Straßenmeistereien im Bezirk, die ab 4 Uhr früh mit insgesamt 26 Streu- und Räumfahrzeugen durchgehend im Einsatz standen.

FF Kautzen
Für einen tschechischen Lkw-Lenker hieß es zwischen Kautzen und Radschin „Endstation“. Er schlitterte in den Straßengraben.

Nachdem die ersten Salzstreufahrzeuge bereits in den Morgenstunden ausgeschickt waren, wurde mit der Schneeräumung im Bereich der Straßenmeisterei Waidhofen erst gegen 9 Uhr begonnen. „Der Schnee war sehr patzig, die Temperaturen um die null Grad. Dementsprechend waren auch die Fahrverhältnisse, die von den Pkw-Lenkern jedoch sehr gut gemeistert wurden. Wir können mit dem Schneeräumen erst bei entsprechender Schneehöhe beginnen, solange nur zwei Zentimeter auf der Straße liegen, bewirken wir mit dem Pflug nichts“, erklärt der Waidhofner Straßenmeister Martin Hiemetzberger.

FF Schlader
Zwischen der Eggersdorfer Kreuzung und der Motocross-Strecke bei Loibes war für diesen Pkw-Lenker vorerst die Fahrt zu Ende.

Von 3 bis 20 Uhr waren die Einsatzfahrzeuge der Straßenmeisterei Raabs unterwegs. Auch hier wurden zuerst die Salzstrecken befahrbar gemacht. „Durch den warmen Boden war der erste Schnee sehr matschig. Das sind bedeutend schlechtere Fahrverhältnisse als auf einer Schneefahrbahn“, stellt Straßenmeister Franz Rausch von der Straßenmeisterei Raabs fest. Die tiefsten Temperaturen wurden im Bereich der tschechischen Grenze gemessen: minus 11 Grad. Den meisten Schnee gab es im südlichen Teil der Straßenmeisterei Raabs: Richtung Irnfritz und Göpfritz/Wild.

Manche Autofahrer unterschätzen Matsch

„Die matschige Fahrbahn wurde doch von einigen Autolenkern unterschätzt“, stellte Straßenmeister Norbert Pölzl aus Dobersberg fest. „Es gab in unserem Bereich schon einige Fahrzeuge, die in den Graben gerutscht waren. Die Pkw-Lenker konnten jedoch wieder weiterfahren.“ Auch im Bereich der Straßenmeisterei Dobersberg waren die Einsatzfahrzeuge bis 20 Uhr unterwegs, die Straßen großteils wieder unbehindert befahrbar. Bei einer Prognose für die kommenden Tage ist Straßenmeister Martin Hiemetzberger vorsichtig: „Abwarten, ob man den Meteorologen glauben kann. Wir sind auf alle Situationen vorbereitet!“

Diesel-Fahrzeuge hielten ÖAMTC auf Trab

Heiße Telefonleitungen bescherte der Wintereinbruch dem ÖAMTC-Autofahrerclub. Starthilfe musste bei Dieselfahrzeugen geleistet werden, die ersten Batterien gaben angesichts der Minus-Temperaturen den Geist auf, Scheibenwaschanlagen froren ein. „Ich würde den Pkw-Lenkern dringend empfehlen, die Flüssigkeiten auf Wintertauglichkeit überprüfen zu lassen. Das erspart viel Ärger und schließlich auch unnötige Kosten“, appelliert Markus Tüchler, Leiter-Stellvertreter des ÖAMTC-Stützpunktes Waidhofen, an die Autofahrer.

Ruhig hingegen blieb es beim ARBÖ Groß Siegharts. „Wir mussten am vergangenen Wochenende zu keinem Einsatz ausfahren“, zeigt sich Pannenfahrer Markus Göth überrascht. Auch er rät den Autofahrern zur Kontrolle sämtlicher Flüssigkeiten im Fahrzeug sowie zur Kontrolle der Winterreifen.

Vier Einsätze schon am Donnerstag

Seitens der Freiwilligen Feuerwehren waren am Donnerstag vier Einsätze zu verzeichnen. „Dies waren jedoch nur Pkw-Bergungen. Zum Glück gab es bei den Unfällen keine Verletzten“, erklärte Stefan Mayer vom Bezirksfeuerwehrkommando Waidhofen. Die Feuerwehren Thaya und Oberedlitz rückten zu einem Verkehrsunfall zwischen Thaya und Eggmanns aus.

Ein Pkw rutschte in den Straßengraben. Die Feuerwehrmitglieder zogen das Fahrzeug aus dem Graben und unterstützen den Lenker beim Wechseln eines Reifens. Wenig später kam es in Wienings zu einer Fahrzeugbergung. Kurz darauf schlitterte eine Lenkerin mit ihrem Pkw im Ortsgebiet von Hollenbach in den Straßengraben.

FF Karlstein
Die Feuerwehren Göpfritzschlag und Karlstein mussten den verunglückten Pkw mit dem Kran bergen und abtransportieren. 

Die Frau und ihre Kinder wurden vom Roten Kreuz zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehren Hollenbach und Waidhofen bargen den Pkw. Zwischen Weißenbach und Kautzen musste ein Leichtfahrzeug von den Feuerwehren Engelbrechts und Kautzen aus dem Graben gezogen werden. Am Donnerstagnachmittag rückte die Feuerwehr Drösiedl zu einer Fahrzeugbergung aus und am Samstagabend mussten die Feuerwehren Pleßberg und Kautzen einen Pkw am Güterweg in Richtung Garolden aus dem Graben ziehen.

Die Feuerwehren Göpfritzschlag und Karlstein führten schließlich am Montagvormittag noch die Bergung eines Pkws durch, der zwischen Göpfritzschlag und Niederedlitz von der Fahrbahn abkam. Eine Frau wurde verletzt ins Landesklinikum Waidhofen gebracht.

Lkw ohne Ketten blieb hängen

Am Montagnachmittag rückte die Feuerwehr Schlader zu einer Fahrzeugbergung zwischen der „Eggersdorfer Kreuzung“ und der Motocross Strecke bei Loibes aus. Kurz nach 15 Uhr war für einen tschechischen Lkw-Lenker zwischen Kautzen und Radschin Endstation. Beim Versuch den Gerichtsberg ohne Schneeketten zu befahren blieb der Lkw hängen und schlitterte rückwärts in den linken Straßengraben. Die Feuerwehren Kautzen und Gastern führten die Bergung durch.

Zeitgleich musste die Feuerwehr Pleßberg einen Pkw bergen, der in einem Waldstück wischen Pleßberg und Peigarten in den Graben gerutscht war.

„Seit dem Wintereinbruch standen 13 Feuerwehren mit 114 Mitgliedern bei Fahrzeugbergungen im Einsatz“, zieht Stefan Mayer am Dienstag vormittags ein erstes Resümee des Wintereinbruchs in diesem Jahr.“