Zukunft für Künstler ungewiss. Hoffnungen liegen im Härte- und speziellen Covid-19-Fonds des Künstlersozialversicherungs-Fonds.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 31. März 2020 (12:52)
Ungewisse Zukunft für das Figurentheater „GundBerg“.
Muthsam

Künstler und Kulturschaffende waren die ersten der von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen Betroffenen.

Termin-Nachholungen fraglich, keine neuen Engagements. Auch Natascha Gundacker und Joachim Berger, die zusammen das Figurentheater „GundBerg“ bilden, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die letzten Auftritte konnten gerade noch absolviert werden, doch die weiteren Frühjahrstermine stehen infrage. „Vor allem gibt es im Moment auch keine neuen Engagements, da auch die Kulturveranstalter nicht wissen, wann sie ihre Häuser wieder öffnen können“, erläutert Natascha Gundacker die prekäre Situation. „Niemand weiß, wie lange die Situation andauert, ob einzelne Auftritte verschoben werden können oder alle ausfallen.“

„Unsicherheit bei den Bedingungen.“ Joachim Berger hofft nun auf Unterstützung aus dem Härtefallfonds oder aus dem speziell eingerichteten „Covid-19-Fonds“ des Künstlersozialversicherungs-Fonds. „Wir wissen noch nicht ob es „nur“ die Auftritte im ersten Halbjahr betrifft oder das ganze Jahr 2020. Außerdem gilt es zu klären, ob und wenn ja, welcher der beiden Fonds primär für uns zuständig ist bzw. ob die Bedingungen in den Antragsformularen erfüllbar sind.“ Unabhängig vom Coronavirus war ohnehin die Arbeit an einer neuen Inszenierung für Kinder bzw. Familien geplant, somit ist die vielzitierte Auszeit und Entschleunigung für das „Theater GundBerg“ nicht spürbar.

David Stellner lebt zurückgezogen und kostenreduziert. Der Waidhofner Musiker David Stellner lebt gerade zurückgezogen und sehr kostenreduziert. „Ich hatte sowieso geplant, einen Bus umzubauen und darin zu wohnen, um mich voll aufs Musikmachen konzentrieren zu können. Darum fallen im Moment nicht viele Fixkosten an, aber es gibt Kollegen, die gerade am Zahnfleisch nagen“, gibt er zu bedenken. „Es gibt Stellen, wo Geld zur Verfügung gestellt wird, aber wieviel davon ein kleiner Musiker bekommt, ist nicht klar“, sagt er nicht sehr hoffnungsvoll. „Es könnten uns auch die österreichischen Radiosender retten, wenn sie ab sofort nur mehr österreichische Musik und auch die unbekannten Musiker spielen würden“, nennt er als Möglichkeit. Es gebe zwar bei manchen Sendern Schwerpunkte mit heimischer Musik , da würden jedoch wieder nur die bekannten Bands gespielt, die wahrscheinlich ohnehin finaziellle Polster hätten.

David Stellner wollte sowieso einen Bus umbauen.
Theresa Pewal

„Schaffen gratis Inhalte.“ Im Moment hat Stellner mit „David und der Wolf“ ein neues Album veröffentlicht und erstellt kurze Musikvideos, um damit etwas Freude über Facebook zu verbreiten. „Die Musiker arbeiten ja alle fleißig von zuhause weiter. Wir haben den Aufwand, alle Konzerte zu verschieben, und schaffen noch zusätzlich gratis Inhalte für die sozialen Medien – was auch schön ist, weil wir alle gerne Musik teilen. Aber es sollte die Wertschätzung für Kunst jederzeit gegeben sein, weil auch wir uns irgendwann etwas zum Essen kaufen müssen“, gibt er zu bedenken.

Für jene, die ihn in der Krisensituation unterstützen möchten, hat er auch ein Spendenkonto eingerichtet. Gleichfalls ruft er dazu auf, auch andere Musiker zu unterstützten. „Vielen ist auch die Lage der Musiker nicht bewusst“, meint er. „Wenn jedoch viele Menschen kleinen Bands, die ihnen gefallen, ein paar Euro überweisen, könnten diese wieder eine Zeit lang damit leben. Oder man könne auch deren Musik streamen bzw. sich ein Album kaufen. Kultur stünde in schlechten Zeiten ohnehin immer an erster Stelle bei finanziellen Kürzungen.