Alarmplan gilt nun für Wald. Sechs Feuerwehren arbeiteten gemeinsame Strategie bei Waldbrand aus.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:31)
Karin Widhalm
Präsentierten den Alarmplan bei der Faschingskapelle (vl.l.): Erich Exl (FF Kainraths), Johann Veith (FF Jaudling), Franz Stölner (FF Edelprinz-Wiederfeld), Bürgermeister Christian Drucker (Waidhofen an der Thaya-Land), Georg Brandner (FF Brunn), Bürgermeisterin Anette Töpfl (Vitis), Christian Panagl (FF Nonndorf) und Stefan Mayer (FF Buchbach).

Stefan Mayer, der Feuerwehr-Sprecher im Bezirk ist, hat für den Pressetermin diesmal die genauen Koordinaten durchgegeben: Man traf sich im Wald beim Faschingsmarterl in Buchbach – und man gewann den Eindruck, wie wichtig es für die Einsatzkräfte im Ernstfall ist, sich in Wäldern zurechtfinden zu können.

Bricht dort ein Feuer aus, ist es wichtig, schon vor dem Einsatz die Örtlichkeiten und Gegebenheiten bestens zu kennen. Mitglieder der an den Radlbachwald angrenzenden Feuerwehren Buchbach, Brunn, Kainraths, Nonndorf, Edelprinz-Wiederfeld und Jaudling führten eine umfangreiche Datenerhebung durch und zeichneten dies in einem detaillierten Alarmplan, dem ersten im Bezirk, ein.

Alle Wege sind zu sehen, die mit FF-Fahrzeugen oder nur mit Traktoren befahren werden können. Die Flurbezeichnungen sind ganz wesentlich: „Brennt es zum Beispiel im Thurnlus in der Katastralgemeinde Buchbach, ist dieser Namen zwar den Menschen in Buchbach bekannt, den anderen Feuerwehrleuten aber kaum mehr“, erklärt Initiator Mayer. „Dabei sind wir auf Interessantes draufgekommen.“

Der Waldweg von Jaudling nach Jasnitz wird von den Nonndorfern und Kainrathsern „Stadtweg“ genannt, für die Jaudlinger heißt er „Radlbachweg“. Das kann zu erheblichen Missverständnissen führen. Beide Namen sind nun auf der Karte ersichtlich.

Landwirte als wichtige Partner für die Wehren

Zum Vorschein kam auch, dass es im Südosten des Waldes (Nonndorf, Kainraths) kaum Teiche gibt. Das Wasser muss über sehr lange Zubringleitungen befördert werden. Das wurde im April geübt: Die Wehren verlegten eine 700 Meter Löschleitung vom Herrenteich in den Wald. Zusammengearbeitet wird im Ernstfall auch mit Landwirten: „Sie können mit Vakuumfässern große Wassermengen in kurzer Zeit zu den Brandherden bringen“, führt Mayer aus. Die Feuerlöschpumpen werden mit Übergangsstücken an die Fässer angeschlossen.

Der Alarmplan weist in der höchsten Alarmstufe B4 insgesamt 23 Feuerwehren von sechs Gemeinden aus. In Überlegung sind derzeit sogenannte mobile Löschwasserbehälter, die relativ rasch direkt im Wald aufgebaut werden können und als Zwischenpuffer dienen. Die Behälter werden mit Tanklöschfahrzeugen oder Vakuumfässern befüllt. Feuerlöschpumpen entnehmen das Wasser wieder.

Im Abschnitt Raabs wurden erst drei dieser Löschwasserbehälter stationiert. Man will sich nun mit den Raabsern austauschen, werden die Behälter als gut erachtet, werden sie auch für den Radlbachwald angekauft.

Eines ist Mayer wichtig: Sieht jemand ein unbeaufsichtigtes Feuer, sofort den Notruf wählen und „möglichst genau den Ort beschreiben“. Tulln nimmt Flurnamen und andere Details auf, um diese an die Wehren weiterzugeben. Ist der Ort unbekannt, ist es für die Mitglieder oft schon wertvoll zu wissen, aus welcher Richtung der Beobachter in den Wald gegangen ist.

Die Waldbrandgefahr kann angesichts der zunehmenden Trockenheit steigen. „Da reicht ein Zigarettenstummel oder ein heißer Auspuff am Auto“, so Mayer. Selbst ausgetrocknetes Gras, das einen Auspuff berührt, kann glosen und zum Feuer werden.