Skelett-Fund: Erneuter Verdacht auf Wolfsriss. Rippen des jungen Rehs wurden bis zur Wirbelsäule abgefressen - typisch für Wolf.

Von Michael Schwab. Erstellt am 30. Januar 2019 (06:04)
Ewald Gegenbauer
Die Überreste des gerissenen jungen Rehs.

Schon wieder wurde in der Nähe von Buchbach ein Reh gerissen – und vieles deutet darauf hin, dass es ein Wolf gewesen sein könnte.

Im Gegensatz zum letzten Riss (die NÖN berichtete in der Vorwoche), wo nur noch Fußspuren und blutiger Schnee in der Nähe einer Fütterung gefunden werden konnten, wurde diesmal auch die Karkasse (Skelett) des Tieres gefunden, und zwar im Radelbachwald an der Grenze zu Jaudling am vergangenen Sonntag.

Die Tatsache, dass die Rippen des jungen Rehs bis zur Wirbelsäule abgefressen wurden, sei laut Jägern typisch für den Wolf. Am Montag wurden die Überreste des Rehs an das Wildbiologische Institut der Veterinärmedizinischen Universität Wien übergeben, um mögliche DNA-Spuren sicherstellen zu können.

Gelingt der Nachweis von Wolfs-DNA, könnte dies der erste gesicherte Wolfsriss im Bezirk Waidhofen gewesen sein. Laut dem Wolfsexperten Georg Rauer und Bezirksjägermeister Albin Haidl gab es bisher im Bezirk keine durch DNA bestätigten Wolfsrisse. Fraglich wäre in jedem Fall die Herkunft des Wolfes. „Die drei bekannten Rudel in der Umgebung – am Truppenübungsplatz, in Tschechien und im Raum Bad Großpertholz sind eigentlich zu weit weg, als dass von dort Wölfe routinemäßig in dieses Gebiet vordringen würden. Es können aber einzelne Abwanderer hier auftauchen“, erklärt Rauer.