Thema Demenz: Mit Technik länger im eigenen Heim. Projekt der Caritas soll alten Menschen mit modernen Hilfsmitteln Sicherheit im Alltag geben.

Von Michael Schwab. Erstellt am 10. September 2020 (12:30)
Bei der Projektpräsentation: Caritas-Regionalleiter Erwin Silberbauer, Bürgermeister Eduard Köck, Architekt Franz Friedreich, Claudia Rathmanner von der Kompetenzstelle Demenz, Gerhard Linhard, Architekt Klaus Triffich, Petra und Klaus Fleischhacker, Caritas-NÖ-Direktor Hannes Ziselsberger und Johannes Wild.
Michael Schwab

Möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben trotz Demenz – zu diesem Ziel will die Caritas mit technischen, altersgerechten Assistenzsystemen für ältere Menschen beitragen. Eine derart ausgestattete Musterwohnung wurde am Freitag im neuen Fleischhacker-Wohnhaus in Thaya vorgestellt.

Eine fertig eingerichtete Musterwohnung.
NOEN

Herzstück des Systems ist die Basisstation des Notruf-Telefons. Dazu gibt es den von diversen Notrufsystemen bekannten Auslöser in Form eines Armbands mit Notrufknopf bzw. zum Umhängen um den Hals. Doch wo diese Systeme aufhören, fängt das neue Konzept erst an. So gibt es zum Basisgerät als Ergänzung einen Fallsensor, der im Falle eines Sturzes auslöst.

Fallsensor, Aktivitätsüberwachung und Notrufuhr als Bausteine

„Es gibt zwar keine hundertprozentige Sicherheit, aber es ist ein weiterer Baustein“, betonte Claudia Rathmanner bei der Projektvorstellung. Eine weitere Ergänzung ist ein Inaktivitätssensor, der nach eineinhalb Stunden ohne Bewegung Alarm auslöst. Angst vor einem Fehlalarm während des Schlafs müsse man keine haben: „Der Sensor erkennt die Mikrobewegungen, die ein schlafender Mensch macht“, klärte Rathmanner auf.

Zur Aktivitätskontrolle dient auch ein Türsensor für den Kühlschrank oder die WC-Tür. Wird länger als 12 Stunden keine Öffnung registriert, schlägt der Sensor Alarm. „Das ist vor allem für die Angehörigen eine enorme Beruhigung. Solange einmal am Tag die Tür aufgeht weiß man, dass alles in Ordnung ist“, erklärte Rathmanner.

Zutritt per Schlüsselsafe

Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch Rauch- bzw. Hitzemelder in der Wohnung, und eine Notrufuhr oder ein Notruf-Handgerät. Damit kann man auch unterwegs über das GSM-Netz Alarm auslösen, mit der Notrufzentrale sprechen und sogar eine Ortung durchführen lassen. Für Angehörige gibt es auch eine App, mit der sie feststellen können, wo sich der Träger der Uhr befindet.

Da im Alter die Merkfähigkeit von Namen und Telefonnummern oft eingeschränkt ist, die Verwandten aber auf Fotos noch erkannt werden, gibt es ein Telefon mit Bild-Kurzwahltasten. Zutritt zur Wohnung erhalten Einsatzkräfte im Notfall mittels eines in einem Schlüsselsafe hinterlegten Schlüssels.

Wichtig: Alle Schlösser müssen auch bei gestecktem Schlüssel von außen aufsperrbar sein. „Das müssen wir noch ändern, danke für den Hinweis“, meinte Klaus Fleischhacker. Die Wohnung kann bis zur erfolgten Vermietung besichtigt werden.