Bezirk Waidhofen: „Zahlen stabil auf hohem Niveau“. Bezirkshauptmann Günter Stöger verzeichnet weder einen Trend nach oben noch nach unten. Waidhofen liegt bei Sieben-Tage-Inzidenz mit Gmünd im Waldviertel vorn.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 13. Oktober 2020 (14:21)
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Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Statistik, die die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bemisst, liegt in Waidhofen bei 65,7: Der Bezirk liegt direkt hinter Gmünd (76,1). Die Veränderung der Corona-Fälle in absoluten Zahlen in den letzten sieben Tagen liegen anders: 17 in Waidhofen, 28 in Gmünd (Stand: 12. Oktober).

Die beiden Bezirke bleiben allerdings waldviertelweit an der Spitze der Neuinfektionen, die Ampel steht nach wie vor – wie auch in Zwettl (Inzidenz: 61,6) – auf orange. Horn ist der einzige Bezirk in Niederösterreich mit grünem Ampellicht (41,8).

„Wir laufen Tag und Nacht. Das ist schon sehr aufwendig, aber es funktioniert sehr gut im Bezirk.“ Günter Stöger, Bezirkshauptmann in Waidhofen

„Stabil auf relativ hohem Niveau“

163 bestätigte Fälle liegen insgesamt in Waidhofen vor. „Wir sind in den letzten zwei Wochen stabil auf einem relativ hohen Niveau“, bilanziert Bezirkshauptmanns Günter Stöger. „Es kann sein, dass es so weitergeht, es kann aber auch sein, dass die Fälle mehr oder weniger werden.“ Die Bezirkshauptmannschaft registriert an manchen Tagen Neuinfektionen, an anderen wieder nicht.

Der Sieben-Tage-Inzidenz liegt unter 100, erst über diesem Wert werde „wahrscheinlich im Bund überlegt, ob die Ampel auf rot geschaltet wird“. Stöger betont aber: „Wir sind in diese Entscheidung nicht eingebunden, ich rechne jedoch derzeit nicht damit. Es kann aber, wie gesagt, morgen oder übermorgen alles anders aussehen.“

Corona-Fälle über den ganzen Bezirk verteilt

Einen bestimmten Cluster kann die Bezirkshauptmannschaft keinen ausmachen: Die Corona-Fälle sind „relativ verteilt im ganzen Bezirk, in der Familie, in der Arbeit, in der Schule“, erläutert Stöger. Die Nachverfolgung erschwere sich, wenn Menschen innerhalb kurzer Zeit mit verschiedenen Personengruppen zusammengekommen sind.

Bezirkshauptmannschaft auf Hochtouren

Mitarbeiter helfen in der Gesundheitsabteilung aus, damit das Contact-Tracing und die Ausstellung der Bescheide schnell erfolgen kann.

„Wir laufen Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen auf Hochtouren“, beschreibt Stöger. „Das ist schon sehr aufwendig, aber es funktioniert sehr gut im Bezirk. Wir schaffen die zeitlichen Vorgaben, die gegeben wurden, und sind, glaube ich, im Contact-Tracing schnell.“

Vorsicht geboten

Stöger empfiehlt, sich weiterhin an die Maßnahmen zu halten, auch wenn man sich nicht zu Hause einsperren müsse. Er selbst beobachte, „dass die Bestimmungen sehr gut eingehalten werden“. Die Polizei hat keine Anzeigen tätigen müssen. „Ich möchte mich auch recht herzlich bei der Bevölkerung bedanken“, ergänzt Stöger, „man sollte sich jedenfalls bewusst sein, dass dies eine ernsthafte Krankheit ist.“

Bildungsmanager Alfred Grünstäudl gab indes am Montag bekannt, dass der Großteil der Quarantäne-Maßnahmen in Schulen im Waldviertel mit 12. Oktober aufgehoben wurden. Vier Klassen seien noch betroffen. Diese befinden sich in den Bezirken Horn und Krems-Land.