Waidhofen an der Thaya: Trauer nur am Friedhof. Pfarrer Josef Rennhofer hält keine Begräbnisse in der Pfarrkirche ab, die Feier wird direkt beim Grab abgehalten.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:45)
Begräbnisse werden derzeit nicht in der Stadtpfarrkirche abgehalten. Dechant Josef Rennhofer (links): „Bin für die Sicherheit zuständig.“
Wikimedia/Wolfgang Sauber

Begräbnisse werden derzeit nicht in der Stadtpfarrkirche abgehalten.
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Pfarrer Josef Rennhofer hält derzeit keine Trauergottesdienste in der Kirche ab, obwohl sie unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen – wie Mund-Nasen-Schutz – möglich wären. Die Personenzahl ist grundsätzlich auf 500 beschränkt, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden können.

„Es ist schwierig, Trauergottesdienste unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen umzusetzen“, begründet Rennhofer seine Entscheidung.

„Ich darf nur 100 Leute zulassen. Das ist auch nicht recht menschlich, wenn ich zehn oder 15 wegschicken muss.“Pfarrer Rennhofer

„Bei einem Begräbnis kommen viele Menschen zusammen, oft mehr, als man glaubt. Ein Cluster kann leicht entstehen“, führt er aus. „Das Abstandhalten bei Prozessionen funktioniert einfach nicht“, verliere er da schnell den Überblick. „Ich darf nur 100 Leute zulassen. Das ist auch nicht recht menschlich, wenn ich zehn oder 15 wegschicken muss.“

Dechant Josef Rennhofer: „Bin für die Sicherheit zuständig.“
NÖN

Rennhofer betont: „Als Dechant bin ich dafür zuständig, dass die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.“

Abschied wird am Friedhof genommen. „Wir halten die Begräbnisfeier direkt beim Grab ab. Ich habe schon positive Rückmeldungen von den Angehörigen erhalten, weil die Atmosphäre ruhiger ist“, erzählt der Pfarrer. Und: „Ich würde das auch anderen raten. Wir sind in einer heiklen Situation.“

Er hoffe, dass alle verantwortungsbewusst handeln. „Ich habe schon von Teilnehmern gehört, die sagten, wenn sie das gewusst hätten, dann wären sie nicht aufs Begräbnis gekommen“, seien in diesem Fall keine Maßnahmen getroffen worden. „Da ist überhaupt nichts gemacht worden. Corona wird uns noch länger begleiten – und jetzt ist es noch gefährlicher“, ergänzt der Dechant.

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