Bez. Waidhofen: Zahlen steigen, Bürgermeister infiziert. Die Corona-Lage entwickelt sich auch im Bezirk Waidhofen „nicht gut“, wie Bezirkshauptmann Günter Stöger in den letzten sieben Tagen beobachtete. „Wir hoffen, dass nicht noch mehr Fälle dazukommen.“

Von Karin Widhalm. Erstellt am 20. Oktober 2020 (11:55)
Bezirkshauptmann Günter Stöger
NLK Pfeiffer

Waldviertel & Waidhofen: Überblick

Das Ages-Dashboard verzeichnet einen Anstieg: Waidhofen hat im Sieben-Tagen-Indizes pro 100.000 Einwohner (Stand: 19. Oktober) die meisten Coronafälle im Waldviertel und liegt landesweit hinter Bruck an zweiter Stelle: 123,6 (oder 32 in absoluten Zahlen). Es folgen Zwettl (104,2), Gmünd (92,8) und Horn (28,9).

Die Corona-Ampel ist im Horner Bezirk in der Vorwoche von grün auf gelb gesetzt worden, der Rest ist orange. Coronafälle treten überall im Bezirk auf, aber „die meisten Fälle sind in Waidhofen aufgetreten“, ergänzt Stöger. Das sei angesichts einer höheren Bevölkerungszahl nicht verwunderlich.

Bürgermeister ist infiziert

Bürgermeister Christian Drucker (Waidhofen-Land) hat sich mit dem Corona-Virus infiziert und befindet sich in Quarantäne.

„Ich war überzeugt, dass es eine normale Grippe ist, weil es am Wochenende kühler geworden ist“, schildert er. Er habe dennoch einen Test machen lassen. „Ich habe leider Gottes keine Ahnung, wo ich mich angesteckt haben könnte. Ich habe versucht, entsprechend vorsichtig zu sein.“ 

Getestet wurde er am Mittwoch der Vorwoche, Freitagfrüh sei dann das Ergebnis vorgelegen. Der Verlauf sei mild: „Ich hatte die ersten zwei Tage Fieber, aber jetzt bin ich wieder seit zwei Tagen fieberfrei.“ Geschmacks- wie Geruchssinn seien bei ihm vorhanden. Seine Familie ist derzeit ebenso in Quarantäne. Die Amtsgeschäfte übernahm Vizebürgermeister Dietmar Datler. „Aber wir haben telefonisch Kontakt.“ 


Thayatal-Vitalbad ist zu

Das „Thayatal Vitalbad“ in Raabs ist (wie berichtet) seit vergangenen Sonntag geschlossen, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden war. Er und Betriebsleiterin Barbara Polt bitten Badegäste darum, sogleich 1450 zu wählen, wenn sie Symptome bemerken sollten.  „Wir wollen keine Gäste und keine Mitarbeiter gefährden“, betont sie. Es sei eine durchaus unsichere Situation, deshalb habe man sich zur Schließung entschlossen. 

Wieder eine Schule betroffen

Rudolf Mayer, Direktor an der HAK Waidhofen, ist zudem mit einem Coronafall an seiner Schule konfrontiert. Das Testergebnis sei am Sonntag im Elternhaus eingelangt. „Er ist seit Dienstag wegen einer Verkühlung zu Hause“, erzählt er. Die Familie habe dann entschieden, 1450 zu wählen, – und schließlich die Corona-Infektion auf diesem Weg festgestellt.