Zufrieden mit Testergebnis im Bezirk Waidhofen/Thaya. Wiedereinstieg in Schulbetrieb klappte gut, Testverweigerer sind selten. FFP-2 Masken werden akzeptiert.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:54)
Der Bildungsmanager der Bildungsregion Alfred Grünstäudl.
Joachim Brand

Seit vergangener Woche sind auch die Schulen für einen Großteil der Schüler wieder geöffnet. Auch wenn der Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht mittlerweile Routine geworden ist, war der Start doch wieder ein bisschen anders. Alle, die den Unterricht vor Ort genießen wollen, mussten sich ausnahmslos einem Coronatest unterziehen. Spielten alle mit, oder gab es dabei Probleme?

„Das Tempo ist insgesamt langsamer, aber es ist nicht so, dass wir jede Stunde zwei Mal abhalten müssen.“ Roland Senk

„Wirklich verweigert hat eigentlich niemand“, sagt Gym-Direktor Roland Senk. Wenn, dann hätte es nur Anrufe im Vorfeld gegeben, um sich über den Ablauf zu erkundigen. Nicht getestet wurden natürlich auch Schüler, die die Krankheit bereits in der Vergangenheit hatten und einige wenige, die sich wegen Krankheitsfällen entschuldigten. „Im Großen und Ganzen haben die Tests gut funktioniert. Sie geben uns jetzt eine gewisse Sicherheit für den Unterricht. Der Aufwand war allerdings schon recht groß. Wir haben ja auch relativ viele Schüler“, erklärt Senk. Im ersten Durchgang mussten am Gymnasium etwa 230 Kinder und Jugendliche getestet werden. Positiv war dabei niemand.

Drei Schüler der HAK in Quarantäne

Auch an der Handelsakademie verliefen die Tests laut Direktor Rudolf Mayer reibungslos. Fast 200 Tests wurden an den ersten beiden Tagen gemacht, ebenfalls alle negativ. Auch wenn das erste Ergebnis höchst zufriedenstellend ist, bleibt Mayer allerdings vorsichtig. „Mittlerweile kam es wieder zu Fällen in den Familien von drei Schülern“, erklärt er. Die drei sind aktuell noch in Quarantäne. „Man sieht dadurch leider, wie kurzfristig alles ist. Ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme.“

Der Direktor der Handelsakademie Rudolf Mayer.
Schwab

Ein erstes Fazit kann auch Bildungsmanager Alfred Grünstäudl ziehen: „Aufgrund der Rückmeldungen können wir sagen, dass die Tests allesamt gut funktioniert haben.“ In der gesamten Bildungsregion wurden laut ihm einige wenige positive Fälle herausgefischt. „Es sind aber wirklich nur eine Handvoll“, betont er. Bei 80 Prozent wäre daraufhin auch wirklich eine Infektion bestätigt worden, was für Grünstäudl für die Zuverlässigkeit der Tests spricht. Vereinzelt gäbe es auch Verweigerer. In diesen Fällen würden die Schüler von zu Hause aus weiterlernen. „Wenn das Einverständnis der Eltern zum Test aus welchen Gründen auch immer nicht kommt, hat die Schule das zu akzeptieren“, sagt Gründstäudl. Großes Lob gibt es von ihm für die viele Vorbereitungsarbeit der Schulen, schon in den Semesterferien.

Mit den erneuten Öffnungen wurden jetzt auch einige Regeln abermals verschärft. So sind Masken in allen Farben und Formen mittlerweile von der uniformen FFP2-Maske abgelöst. Diese muss je nach Schulstufe auch im Unterricht getragen werden. Dass Schüler die Maske komplett ablehnen, sei laut den Direktoren bisher weder im Gymnasium noch in der HAK vorgekommen. „Die Schüler akzeptieren die Masken. In dieser Hinsicht gibt es überhaupt keine Probleme“, berichtet Roland Senk. „Es gibt ein paar Schüler mit einem ärztlichen Attest, die die Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen können. Diese können aber natürlich trotzdem am Unterricht teilnehmen.“

Freude, überhaupt aufsperren zu dürfen

Die wahrscheinlich größere Einschränkung ist darum vermutlich die Rückkehr zur Teilung der Klassen. Das momentane System sieht vor, dass die eine Hälfte montags und mittwochs anwesend ist, die andere dienstags und donnerstags. Freitag bleiben alle im Heimunterricht. Zu viel der Einschränkung? „Wir sind froh, die Schüler überhaupt in der Schule zu haben, auch wenn immer nur ein Teil der Klasse da ist“, schildert Senk. „Unsere Zeit mit zwei Tagen in der Woche für jeden Schüler ist dabei natürlich schon sehr eingeschränkt. Jedem wäre es lieber, wenn wieder alle da wären.“ Etwas anderes würde die aktuelle Lage allerdings schlicht nicht zulassen.

Gymnasiums-Direktor Roland Senk.
Archiv

Bei der Herangehensweise gibt es dagegen verschiedene Ansätze. Schließlich will wahrscheinlich kein Lehrer dieselbe Stunde zwei Mal halten müssen. „Wir machen deshalb in vielen Fächern einen Hybridunterricht“ erklärt Senk. Der Unterricht findet dabei für die anwesenden Schüler wie gewohnt statt, wird aber gleichzeitig online für die Schüler daheim übertragen. „Es ist zwar technisch schwierig, weil sich der Lehrer immer in der Nähe des Computers aufhalten muss, macht den Unterricht aber auch kontinuierlich für alle Schüler.“

Eine andere Lösung für das Problem ist, dass Schüler für zu Hause mit Aufgaben versorgt werden. Mit dazu werden Videos mit Erklärungen der Lehrer gepackt. „Das Tempo ist insgesamt trotzdem langsamer, aber es ist jetzt nicht so, dass wir jede Stunde zwei Mal abhalten müssen“, betont Senk.

Der Ansatz des „Hybridunterrichts“ wird auch in der Handelsakademie verfolgt. Auch hier bemüht man sich, die Stunden live aus dem Klassenzimmer zu übertragen. „Das geht halt leider nicht in allen Gegenständen, vor allem bei komplexen Aufgaben ist es schwierig“, meint Rudolf Mayer. Bei Fächern wie Betriebswirtschaft sei der Unterricht auf diese Weise aber problemlos möglich.

Vereint bei der Schularbeit

Auch wenn der Unterricht vorerst nur segregiert stattfindet, werden die Schularbeiten gemeinsam bestritten. In der HAK sind diese in nächster Zeit immer für den Freitag angesetzt, wenn alle Schüler zu Hause wären. „Da haben wir den Platz und können uns ausbreiten. Wir werden die Schüler dabei sogar auf drei Klassen aufteilen.“ Das vorläufige Fazit bleibt also positiv. Die Einschränkungen seien zwar ein recht großes Hindernis, die Freude überwiegt, vor allem bei den Schülern, die wieder den Kontakt zu den Klassenkollegen pflegen können. Aber auch die Lehrer freut es: „Man kann in der Klasse einfach viel spontaner agieren als beim Videounterricht. Zu Hause sind die Schüler merklich zurückhaltender beim Fragen“, offenbart Roland Senk.