Inzidenz im Bezirk Waidhofen über 400er Marke

Bezirk Waidhofen ist Corona-Hotspot im Waldviertel. Kaum schwere Verläufe.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 14:31
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Foto: Kichigin, Shutterstock.com

Der Bezirk Waidhofen entwickelte sich in den vergangenen Tagen zum Corona-Hotspot im Waldviertel. Am Wochenende überschritt die Sieben-Tages-Inzidenz die 400er-Marke und erreichte am Sonntag ihren (vorläufigen) Spitzenwert von 419,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (plus 107 Neuinfizierte absolut).

Infektionen verbreiten sich flächendeckend. Am Montag lag die Inzidenz leicht niedriger (415,2). Ein Großteil der Fälle dürfte wie berichtet auf Cluster in den Gemeinden Dobersberg und Groß Siegharts zurückzuführen sein. „Mittlerweile haben sich die Infektionen aber flächendeckend auf den Bezirk ausgebreitet, während in Dobersberg die Inzidenz leicht, in Groß Siegharts deutlich gefallen ist“, berichtet Bezirkshauptfrau Daniela Obleser am Montag.

Rot leuchten auf ihrer Bezirksübersicht die Gemeinden Gastern, Raabs und Waidhofen-Land, wobei anzumerken ist, dass bei kleinen Gemeinden schon eine kleine Zahl an Fällen ausreicht, um die Inzidenzzahlen in dramatisch erscheinende Höhen zu treiben.

Impfung verhindert schwere Corona-Verläufe. Was sich deutlich zeigt, ist der Schutz der Corona-Imfpung vor schweren Verläufen: Obwohl in beiden Ausgangsclustern vorwiegend ältere Personen betroffen waren, sind die Verläufe dank Impfung großteils leicht. Daher führt die hohe Inzidenz anders als im Vorjahr, als es noch keine Schutzimpfung gab, auch nicht zu einer so starken Auslastung der Spitäler.

Lage in den Waldviertler Spitälern stabil. Zumindest bis jetzt nicht, denn erfahrungsgemäß zeigen sich die Auswirkungen hoher Inzidenzen erst zeitverzögert bei den Spitalsaufnahmen. Im Montagsvergleich der vergangenen drei Wochen zeigt sich am Landesklinikum Waidhofen ein gleichbleibendes Bild: Am 4. Oktober waren zehn Patienten auf der Normalstation und zwei auf der Intensivstation wegen einer Corona-Infektion in Behandlung, am 11. und 18. Oktober waren es jeweils acht auf der Normalstation und zwei auf der Intensivstation.

Corona-Patienten nur in Kliniken Gmünd und Waidhofen. Auch im übrigen Waldviertel ist die Lage stabil, Corona-Patienten wurden außer in Waidhofen in den vergangenen drei Wochen nur am Landesklinikum Gmünd behandelt.

Dort bewegte sich die Zahl zwischen sieben und neun Patienten auf der Normalstation. Auf der Intensivstation musste in Gmünd in den vergangenen drei Wochen niemand behandelt werden.

„Wir wissen, dass die Impfung schwere Verläufe, die einen stationären Aufenthalt verursachen weitgehend verhindert und dürfen in diesem Zusammenhang auch appellieren, die Impfangebote zu nutzen“ betont Thomas Schmallegger von der Landesgesundheitsagentur.

„Man muss klar sagen, dass die Impfung eine Ansteckung und Weitergabe des Virus nicht immer verhindern kann. Was sie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit tut, ist schwere Verläufe zu verhindern“, stellt auch Bezirkshauptfrau Daniela Obleser klar.

Rat: Schnelltest vor Besuch großer Versammlungen. Daher rät sie auch Geimpften, vor dem Besuch größerer Menschenansammlungen einen Antigen-Wohnzimmerschnelltest zu machen. Dadurch könne zumindest das Risiko, als hochansteckende Person unterwegs zu sein, reduziert werden: „Ich praktiziere das selber auch so“, sagt Obleser.

Eine hundertprozentige Sicherheit werde es nie geben, aber wer sich für die Impfung und anlassbezogene Schnelltests entscheide, tue schon sehr viel für den Eigen- und Fremdschutz.