DGKP Jennifer: „Habe keine Angst, aber großen Respekt“. Wie sehr prägt das Coronavirus die Arbeit am Landesklinikum Waidhofen? – Die NÖN-Miniserie mit sieben Beschäftigten, die von ihrem neuen Alltag und ihren neuen Herausforderungen berichten. Heute: DGKP Jennifer Wurmbrand, Chirurgie.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:37)
DGKP Jennifer Wurmbrand, Chirurgie:
NOEN

„Ich arbeite auf einer Covid-Station. Persönlich empfinde ich es als Herausforderung, für mehrere Stunden eine dicht schließende Maske und die komplette Schutzkleidung zu tragen, da einem mit der Zeit sehr warm wird und man auch oft Kopfschmerzen bekommt. Auch die Kommunikation ist erschwert, da man keinen direkten Kontakt mehr über die Mimik wahrnehmen kann.

Keine Angst und Scheu vor Körperkontakt. Die Patienten brauchen intensive Betreuung, weil die meisten sehr mit Atemnot kämpfen und ihr Allgemeinzustand sehr herabgesetzt ist.

Doch trotz dieser erschwerenden Umstände gibt man sein Bestes. Auch wenn man mit infektiösen Patienten arbeitet, behandelt man sie selbstverständlich wie vor der Pandemie. Ich habe keine Angst oder Scheu vor Nähe bzw. Körperkontakt, da dies einfach zu meinem Beruf dazu gehört.

Das Risiko ist normalerweise natürlich höher, wenn man direkten Kontakt mit Covid-Patienten hat, als wenn man sich woanders aufhält, aber auf der Covid-Station bin ich ausreichend geschützt durch die Schutzkleidung und FFP3-Masken. Das gibt ein sicheres Gefühl. Ich habe zwar keine Angst, aber großen Respekt vor dem Virus. Ich bin sehr vorsichtig und halte mich genau an die Hygienevorschriften, auch außerhalb der Arbeit wie z.B. beim Einkaufen oder im Privatleben.

Eltern als große Hilfe. Ich bin sehr vorsichtig geworden. Ich habe einen kleinen Sohn mit bald drei Jahren und bin alleinerziehend. Ich habe zum Glück meine Eltern als große Hilfe und Unterstützung in der Kinder betreuung, während ich in der Arbeit bin.

Wenn ich abends nach der Arbeit meinen Sohn von meinen Eltern abhole, trage ich immer meinen Mund-Nasen-Schutz und achte auf die Hygienemaßnahmen. Denn die Angst bzw. Sorge ist trotzdem immer da, dass man sich irgendwo ansteckt (angesteckt hat) und es unbemerkt weitergibt.