Waidhofner Elvis rockt die Welt. Dennis Jale ist der einzige Musiker, der seit 2003 mit der original Elvis-Presley-Band auftritt. Ständiger Kontakt mit Priscilla Presley.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 04. Februar 2021 (04:47)

Im Ausland berühmter als in Österreich selbst zu sein, empfindet der gebürtige Waidhofner Dennis Jale als überaus angenehm, da er so seine Privatsphäre in seiner Heimatstadt Wien mit seiner Partnerin und Tochter auch im Lockdown in vollen Zügen genießen kann. Da Trübsal blasen so gar nicht sein Ding ist, macht er das Beste daraus. Neben dem Schreiben seines ersten deutschen Songs verfolgt der Rock- ‚n‘-Roll-Entertainer aus dem Waldviertel gespannt die Entwicklungen der einjährigen Jaylin, während er fast wöchentlich mit seiner langjährigen und guten Freundin Priscilla Presley in Kontakt ist.

Von allen Schulen abgemeldet. Er tanzte auch in seiner Schulzeit schon etwas aus der Reihe: „An allen Schulen, wo mich meine Eltern angemeldet haben, habe ich mich wieder abgemeldet.“ Schließlich stimmte er aber einem Kompromiss zu und absolvierte eine Lehre zum Bürokaufmann. Nachdem er den Abschluss in der Tasche hatte, hatte er den Segen seiner Eltern und durfte sich in der Musikwelt frei entfalten. Für den gelernten Bürokaufmann aus Waidhofen war der Griff zur Gitarre die erste Begegnung mit der Musik. „Mein Stiefvater hat uns Kindern eine Gitarre gekauft, sie am Wohnzimmerkasten schwer erreichbar platziert und abgewartet.“ Und wie der Zufall es so wollte, hatte sie ihn sofort angelacht und sein Interesse geweckt. So verbrachte der damals dreizehnjährige und noch einsame Rainer Kaspar den ganzen Sommer in seiner neuen Heimat Amstetten damit, sich das Spielen am Saiteninstrument selbst beizubringen.

„Habe ein Telefonbuch aufgeschlagen und mir ist der nach Rock- ‚n‘- Roll klingende Name Dennis Jale ins Auge gestochen.“ Über seinen Künstlernamen.

Ohne Musicalausbildung in die Rolle des King of Rock- ‚n‘- Roll. Der Startschuss für seine Karriere war gefallen. Von nun an war er umgeben von Musik und professionellen Musikern, spielte in Bands und schlüpfte später sogar ohne eine Musicalausbildung – anfangs etwas unfreiwillig – im Wiener Theater an der Josefstadt in die Rolle des legendären King of Rock- ‚n‘- Roll. „Mit der Wahl dieses Charakters im Stück ,Lapin agile‘ bin ich zu Beginn ganz und gar nicht einverstanden gewesen, da ich nicht als Elvis Presley verkleidet spielen wollte.“ Irgendwann konnte er das Angebot aber nicht mehr ausschlagen, sodass kein Weg daran vorbeiführte, tagtäglich zwei Stunden in der Maske zu sitzen. „Nicht einmal meine Kinder haben mich erkannt“, erzählt er und kann mittlerweile schon darüber schmunzeln. Auch Jale selbst hatte Presley als Kind nicht gekannt. „Erst als meine Mutter an seinem Todestag weinend in der Küche gestanden ist, habe ich realisiert, was passiert ist.“

Bei einem Aufenthalt in Las Vegas hat er seinen heutigen Künstlernamen gesucht und gefunden. „Ich habe ein Telefonbuch aufgeschlagen und dann ist mir der nach Rock- ‚n‘- Roll klingende Name Dennis Jale ins Auge gestochen.“ Zwei weitere einschneidende Erlebnisse prägten seinen Lebensweg und waren der Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft. „Bei einem Konzert in London habe ich die Band von Elvis kennengelernt und diesen Kontakt bei einem Auftritt in der Wiener Stadthalle noch weiter ausgebaut.“ Dass die TCB-Band auf der Suche nach einem Sänger war, hat ihm in die Karten gespielt. „Knapp ein Jahr später sind wir zum ersten Mal gemeinsam auf Tour gegangen.“ Seither ist Jale der einzige Musiker, der seit 2003 mit der original Elvis-Presley-Band auftritt und ganz nahe an den „King“ herankommt. Auch, wenn er dieses Privileg äußerst zu schätzen weiß, bezieht sich sein größtes berufliches Highlight auf seine eigene Person: „Am meisten freut es mich, dass regionale Radiosender meine eigenen Songs spielen.“ Es wäre also falsch, Jale auf einen Elvis-Imitator zu reduzieren. Dafür bringt er seine authentische, vielseitige Persönlichkeit zu sehr ein. „Für mich gehören peinliche Imitatoren in die Faschingsabteilung“, betont er.

Normalerweise würde sich Dennis Jale jetzt gerade auf Europatour mit der originalen Band von Elvis befinden, da sein Team nicht ansatzweise geglaubt hätte, dass sich die Situation so in die Länge ziehen würde.

Konzerttermine werden erneut verschoben. Stattdessen werden bereits verschobene Konzerttermine erneut auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, Karten umgebucht und Leute darüber informiert. Selbiges Szenario hat sich auch im Jahr 2020 durchgezogen, da Konzerte eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten haben und es keine Planungssicherheit gegeben hat. „Lediglich Open-Air-Konzerte und die Tour mit dem Donauinsel-Bus sind drinnen gewesen, wobei gegen Ende des Sommers schon wieder eine gewisse Angst im Zusammenhang mit größeren Menschenmassen spürbar gewesen ist“, beschreibt er die Schwierigkeit in der Künstlerbranche.

Zweifel an Aprilterminen wegen Abstandsregeln. Er bezweifelt, dass die im April angesetzten Konzerte wie geplant stattfinden werden können. „Allein die Abstandsregel von zwei Metern würde bedeuten, dass im Wiener Metropol weniger als 50 Personen untergebracht werden können und so nicht einmal die Bandkosten abgedeckt wären“, schildert Jale die Problematik. Wann er sich mit seiner langjährigen und guten Freundin Priscilla Presley auf eine erneute Kreuzfahrt begeben wird, um Fans puren Rock- ‚n‘- Roll-Genuss zu bescheren, steht noch in den Sternen, da sie auf Grund der Pandemie alle Pläne über Bord werfen mussten. Seine Freundschaft mit der Amerikanerin geht auf einen gemeinsamen Kochabend bei Elvis’ bestem Freund, Jerry Schilling, zurück: „Wir kamen ins Gespräch und haben uns sofort verstanden.“

Kann einjähriger Tochter beim Aufwachsen zusehen. Das Positive an seiner „Zwangspause“ sieht er darin, seiner einjährigen Tochter Jaylin beim Aufwachsen zuzusehen. Dennis Jale wünscht sich, dass die Impfung gut über die Bühne geht, Leute wieder ohne Angst hinausgehen und er als Elvis die Bühne bei der geplanten Europatour im Herbst 2021 rocken kann.