Kabarett-Kritik: Schönheitsfehler in der Parodie

Satire kann „Heilbutt&Rosen“, manchmal schießt die Kabarettgruppe aber über das Ziel.

Gerald Muthsam Erstellt am 12. Oktober 2021 | 16:56
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Helmuth Vavra mit Kollegin Theresia Haiger (r.), Bürgermeister Harald Hofbauer, Vizebürgermeister Walter Greulberger und Gemeinderätin Christa Steindl.
Foto: Muthsam

„Wer will mich … noch?“: Das fragten sich die Kabarettisten von „Heilbutt&Rosen“ am Donnerstag im Festsaal, deren Mastermind Helmuth Vavra mit Kollegin Theresia Haiger einen satirischen Blick auf die Mitte des Lebens warf und in den Abgründen der eigenen Persönlichkeit die Antwort auf besagte Frage sucht. Denn wer hat ab seinem 50er nicht schon einmal den eigenen Marktwert hinterfragt?

Begonnen hat das Kabarett mit einer Parodie der ehemaligen Fernsehsendung „Wer will mich?“ mit Edith Klinger. Nur, dass statt Tiere Menschen vermittelt wurden. Die darauffolgende Szene zeigte eine typische Alltagsszene eines Ehepaares. Diese strotzte jedoch von abgedroschenen Klischees, die die Erwartungshaltung an den Abend stark senkte. Zur Überraschung aller bot man aber auf gutem Niveau klassischen Gesang bekannter Melodien mit umgeschriebenen Texten. Der Abend wurde zunehmend gehaltvoller.

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Zum Publikumsliebling entwickelte sich der von Vavra hervorragend gespielte alt-senile Mann mit guten Pointen. Schön war die durchgehende Handlung mit unerwartetem Ende. Leider negativ aufgefallen ist das „Bodyshaming“ im Text: Aussagen über fette, „schiache“ Frauen, die man sich schönsaufen müsse, sind schon sehr aus der Zeit gefallen und sollten der Vergangenheit angehören.

Fazit : Ein lustiger Abend mit ein paar Schönheitsfehlern.