Neugestaltung in und um das Amtshaus. Gemeindeamt und Saal sollen gemeinsamen barrierefreien Eingang erhalten. Parkplatz wird mit Grünanlagen attraktiviert.

Von Michael Schwab. Erstellt am 25. März 2020 (04:34)
Bürgermeister Harald Hofbauer mit dem Plan für die Neugestaltung von Amtsgebäude und Parkplatz. Gemeindeamt und Gemeindesaal sollen einen gemeinsamen Eingang erhalten.
Michael Schwab

„Schön ist das nicht“ – das war die Quintessenz nach den Dorfgesprächen in Dietmanns vor zwei Jahren, als es um die Neugestaltung des Vorplatzes von Gemeindeamt und Gemeindesaal ging. Nun will die Marktgemeinde rund 500.000 Euro investieren, um Vorplatz und Amtsgebäude in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und an die modernen Herausforderungen anzupassen.

Asphaltwüste ade. Die Ausgangslage: eine graue Asphaltwüste ohne Grünanlagen, die über kurz oder lang eine Sanierung brauchen würde. Dazu kommt noch, dass das Regenwasser mangels unversiegelter Flächen nicht versickern kann, sondern einfach im Kanal auf schnellstmöglichem Weg abgeleitet wird. „Das ist ökologisch gesehen ganz schlecht“, betont Bürgermeister Harald Hofbauer. Ursprünglich sei es nur um die Neugestaltung des Platzes gegangen, der „grüner“ werden sollte, ohne seine Funktion als Parkplatz einzubüßen.

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Barrierefreier Eingang für das Gemeindeamt. Dazu kam die Überlegung, das Gemeindeamt ins Erdgeschoß des Hauses zu verlegen, wo früher die Post untergebracht war. Doch diese Räumlichkeiten wurden für eine zweite Kindergartengruppe gebraucht, und auch aus dem Plan, das Amt dann zu übersiedeln, wenn man die Gruppe mangels Nachfrage oder wegen eines neuen, größeren Kindergartens nicht mehr braucht, wurde nichts.

„Es stellte sich daher die Frage - was tun? Die einzig naheliegende Möglichkeit, das Gemeindeamt im ersten Stock barrierefrei erreichbar zu machen, wäre ein Lift. Aber diese Lösung wollte ich wegen der hohen Anschaffungskosten und der laufenden Wartung nicht“, sagt Hofbauer im Gespräch mit der NÖN. Tatsächlich fand man eine andere Lösung: Der Eingang zum Gemeindeamt wird verlegt, und zwar dorthin, wo man heute den Gemeindesaal betritt. Künftig soll es für beide Einrichtungen einen gemeinsamen, überdachten Eingang geben, der über einen rollstuhlgerechten Weg von eigens zu schaffenden Behindertenparkplätzen unterhalb des Gemeindesaals barrierefrei erreichbar sein wird.

Zusätzliche Parkplätze an Nordostseite. Die Parkplätze vor dem Haus werden mit Grünanlagen umgestaltet, und an der Nordostseite des Saals werden zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen. An der Vorderseite des Gemeindesaals soll ein Foyer mit aufschiebbaren Glastüren entstehen. „Auf diese Weise können wir bei Veranstaltungen auch die Wiese vor dem Saal gut einbinden“, erklärt Hofbauer.

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Zisterne für Regenwasser. Eine neue Stiegenkonstruktion wird zum neuen Eingang führen, und das Regenwasser wird von den Dächern in eine mehrere tausend Liter fassende Zisterne in einem Raum unterhalb des Eingangsbereichs geleitet, damit es als Brauchwasser für die WC-Spülung verwendet werden kann. „Auf den Außenflächen wird das Regenwasser mithilfe von durchlässigen Pflastersteinen zum Versickern gebracht“, fügt Hofbauer hinzu.

Als flankierende Maßnahmen stehen auch eine Dämmung der Fassade und neue Fenster auf dem Plan. Auch die Raumaufteilung im Gemeindeamt soll angepasst werden.

Bleibt noch die Frage nach dem Baustart: „Die Ausschreibung läuft bereits, die Frage ist allerdings, ob die Firmen wegen der Coronakrise jetzt überhaupt Aufträge annehmen“, gibt Hofbauer zu bedenken.