Zwist um Radlerrast bei Kapelle. Einigkeit über Straßenverlegung. Kritik an fehlendem Kostenplan für Radlerrast.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:24)
Symbolbild
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Die Mehrheit des Gemeinderates hat in der Vorwoche beschlossen, zwei Grundstücke in der Nähe der Kapelle zu kaufen, um den jetzigen Wegverlauf zu entschärfen. „Die Straße ist jetzt ziemlich unübersichtlich und ziemlich gefährlich“, erläutert Bürgermeister Harald Hofbauer (SPÖ). Die Fahrbahn soll flacher, ihr Verlauf leicht verlegt werden.

„Die Einbindung in die nächsten Straßen soll fließender sein“, ergänzt er. Die anderen Fraktionen FPÖ, ÖVP und UNAB stehen diesem Plan positiv gegenüber. „Die Straße gehört breiter gemacht. Das ist ein Punkt für die Sicherheit, das ist kein Thema“, sagt etwa FPÖ-Gemeinderat Herbert Mautner.

Radlerrast und die Kostenfrage

Harald Hofbauer (SPÖ): „Priorität eins ist die Straße.“
NOEN

FPÖ und ÖVP denken an die Kosten, was ein weiteres Projekt betrifft. Die zwei Grundstücke sind keine Freiflächen, darauf stehen zwei Häuser. „Priorität eins ist die Straße, dann werden wir schauen, was wir mit den Gebäuden machen“, erklärt Hofbauer. Eine Idee ist eine „Radeinstiegsstelle“ für die Thayarunde in einem Gebäude zu errichten, gänzlich unklar ist derzeit die Nutzung des zweiten Hauses. „Aber ich bin guter Dinge, dass wir sehr bald eine Lösung haben.“ Die Opposition stört, dass die Kosten für die Nachnutzung der beiden Objekte (noch) nicht feststehen.

„Sollte haushalten mit der Kohle“

Herbert Mautner (FPÖ): „Das Geld sitzt eh nicht so locker.“
privat

Friedrich Schlager (FPÖ) stimmte deshalb gegen den Grundsatzbeschluss, die restlichen zwei FPÖ- und alle ÖVP-Mandatare enthielten sich der Stimme. „Das Geld sitzt eh nicht so locker, man sollte haushalten mit der Kohle. Da ich selber Häuser gebaut habe, weiß ich ungefähr, welche Folgekosten entstehen können“, betont FPÖ-Gemeinderat Mautner. „Wir sind nicht generell gegen dieses Projekt, aber wir haben uns enthalten, weil noch nicht die kompletten Kosten vorhanden sind“, erläutert Gemeinderat Wolfgang Römer (ÖVP). „Wir schauen, wie’s kostentechnisch weitergeht und wenn das in Ordnung ist, dann stimmen wir zu.“

Bürgerliste befürwortet Idee

Barbara Stohl (UNAB): „Man kann aus den beiden Gebäuden relativ viel herausholen.“
NOEN

Barbara Stohl (UNAB) steht voll und ganz hinter dem Projekt. „Das Wichtigste ist die Verkehrsberuhigung, weil dort immer wieder Unfälle passieren.“ Positiv sei, dass die alten Häuser nicht dem Verfall preisgegeben werden. „Man kann aus beiden Gebäuden mit den bestehenden Toiletten relativ viel herausholen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man vielleicht einen Hofheurigen mit Produkten, die bei uns angebaut werden, macht“, sinniert sie. Geräte könnten zudem gelagert werden.

Liegenschaftskosten: 60.000 Euro

Wolfgang Römer (ÖVP): „Wir schauen, wie’s kostentechnisch weitergeht.“
NOEN

Hofbauer legte das konkrete Schätzungsangebot für die Liegenschaften vor: 60.000 Euro als reine Anschaffungskosten, wobei Nebenkosten (etwa Eintragungsgebühr im Grundbuch) noch hinzukommen werden. Das Argument der Opposition könne er nachvollziehen. Er merkt aber an, dass die Bauhof-Mitarbeiter vieles erneuern können und die Radlerrast-Kosten für Material, Tische oder Bänke nicht ausfallend sein werden.

Aufgaben unter Gemeinderäte verteilt

Die Sitzung hatte – unter anderem – auch die Aufgabenverteilung unter den Mandataren auf ihrer Agenda, die einstimmig erfolgte. Die Versammlung fand im Veranstaltungssaal statt, um den Abstand zueinander einhalten zu können.