Matthias Ledwinka: Mit Songs & Buch zurück

Matthias Ledwinka gibt mit dem neuen Musikprojekt „Klawuta“ und einem gemeinsamen Buch mit Martin Peichl wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich.

Gerald Muthsam Erstellt am 23. September 2021 | 05:28
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Vor kurzem erschien das Buch „Gespenster zählen“ von Matthias Ledwinka (Fotograf) und Martin Peichl (Autor).
Foto: Matthias Ledwinka

Nach längerer künstlerischer Schaffenspause gibt Matthias Ledwinka wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Musikalisch kennt man ihn als Bandleader der Gruppe „Sergeant Pluck himself „ und als Veranstalter mit der Konzertreihe „Handmade Night“ des Vereins LiMuPic. Nun hat er unter dem Namen „Klawuta“ ein musikalisches Soloprojekt gestartet und damit bereits die zweite Single veröffentlicht. „Mit Klawuta werde ich nicht live spielen, denn es ist ein reines Studioprojekt“, erklärt Matthias Ledwinka. „Was aber nicht heißt, dass keine anderen Musiker dabei sind. Es werden immer wieder Gäste eingeladen, wie bei der ersten Single. Wie es sich halt ergibt und es passt.“

Erste Single mit Amerikaner

Gast bei der ersten Single „Swear“ war der Amerikaner Jonah Matranga, den Ledwinka 2008 in Wien kennengelernt und seitdem nicht mehr persönlich getroffen hat. „Wir haben nur über Internet während des Lockdowns kommuniziert“, schildert er die Vorgangsweise. „Ich habe ihm die Musikdatei und den Text gemailt. Er hat dann sogar eigene Gedanken darin verarbeitet. Inhaltlich geht es um die Dramen, die zuhause hinter verschlossenen Türen passieren.“

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Mit „Overestimated“ erschien Anfang September die zweite Single von dem neuem Musikprojekt Klawuta. Der Song, der eigentlich als Gute-Nacht-Lied für seinen Sohn entstand, hat schon eine längere Geschichte hinter sich. Bereits im Juni wurde er vom Schulchor des BG/BRG Waidhofen „Gym dir was!“ für ein Projekt auserwählt, teilweise umgetextet, neu eingesungen und dann mit einem Video veröffentlicht. Matthias Ledwinka durfte dabei als Videograf mitwirken, ebenso wie seine Frau Bettina, die den Schulchor leitet und die Idee zum Projekt hatte. Zur erst jetzt erfolgten Veröffentlichung der offiziellen Version des Songs wurde ein weiteres Video produziert, das eine alternative Akustik-Variante von „Overestimated“ zeigt, in der alle Instrumente live von Matthias Ledwinka im Studio gespielt werden. Alle drei Versionen können auf http://www.klawuta.com angehört und auch heruntergeladen werden.

Overestimated handelt von Vorstellungen und Erwartungen, die sich in Beziehungen zu anderen Menschen vor etwas stellen und einem so den klaren Blick verhindern. Zum ersten Mal singt Matthias Ledwinka Teile davon im Waldviertler Dialekt. Auf ein Album wird bewusst nicht hingearbeitet, es soll Song für Song in einem für ihn passenden Arbeitsrhythmus entstehen.

Das zweite künstlerische Projekt, an dem Ledwinka in den letzten Monaten gearbeitet hat, war das gemeinsame Buch „Gespenster zählen“ mit seinem Schulfreund Martin Peichl aus Seyfrieds. Ein spannendes Zusammenspiel von Text und Bild mit starkem Waldviertel-Bezug. „Auf jeder Doppelseite ist auf der einen Seite ein Foto von mir und auf der anderen ein Text von Martin Peichl, der vom Foto inspiriert ist“, schildert Ledwinka. „Ich habe ihm immer wieder Fotos geschickt, und bei Bildern, die bei ihm etwas ausgelöst haben, hat Martin einen Text geschrieben. Das übergeordnete Thema sind die Abwesenheit bzw. Spuren, die Menschen hinterlassen.“

Texte und Bilder sind ein Nachruf auf Gefühle

Der Verlag Kremayr & Scheriau schreibt zu dem Buch: „Martin Peichls Texte und Matthias Ledwinkas Fotografien sind Nachrufe auf Gefühle, Schilderungen von Zuständen, mit Menschen verbundene Hoffnungen und bilden einen Atlas der Verlassenschaften. Seite für Seite entfaltet sich eine emotionale Landkarte, die mal leichtfüßig, mal erdenschwer, aber immer sehnsüchtig durchschritten wird.“