Spaß an der Musik vermitteln

Bei Kleinkindern wird von der Musikschule Thayaland in der Musikkrabbelstube und in der musikalischen Früherziehung die Liebe zur Musik geweckt.

Sebastian Dangl Erstellt am 24. September 2021 | 07:40
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Michaela Haidl, Birgit Karoh, Sarah Leischer und Musikschulleiter Rainer Haidl wollen den Nachwuchs vom Kleinkindalter an für die Musik begeistern.
Foto: Sebastian Dangl

Mit dem neuen Schuljahr geht es jetzt auch für die Musikschulen so richtig los. Im Vorjahr noch von Lockdowns und Einschränkungen gekennzeichnet, kann nun wieder die Freude an der Musik auf persönlichem Weg weitergegeben werden.

Aufatmen also auch bei der elementaren Musikpädagogik, wo das gemeinsame Spielen, Tanzen und Singen essenziell ist. In der Musikschule Thayaland sind hier mit Michaela Haidl, Birgit Karoh und Sarah Leisch gleich drei Lehrerinnen im Einsatz. Mit aufeinander aufbauendem Unterricht bietet das Dreiergespann einen ganz besonderen Ansatz, um schon Kinder ab einem Jahr bis hin zum späteren Instrumentalunterricht zu begleiten.

Den Anfang macht dabei Michaela Haidl mit ihrer „Musik-Krabbelstube“ für Kinder von einem bis drei Jahren. Gemeinsam mit ihren Eltern können die Kinder hier ihre ersten musikalischen Erfahrungen sammeln. Besonders wichtig sei dabei, auch die Eltern zum Mitmachen zu motivieren. „Die Eltern sind gerade zu Beginn unglaublich wichtig, um die Musik ins Leben der Kinder zu bringen. Es reicht nicht, wenn man einfach nur das Radio aufdreht“, erklärt Haidl.

Mit Spielen und gemeinsamen Sprüchen vermittelt sie sowohl Jung als auch Alt ein grundlegendes Rhythmusgefühl. „Die Sprüche kommen manchmal sogar so gut an, dass die Kinder sie auch zu Hause mit den Eltern aufsagen wollen“, berichtet die Elementarpädagogin. Ein Beispiel: „Ach wer kommt denn da daher?“ Gerne wird natürlich auch gesungen. Michaela Haidl schreibt die Lieder für ihren Unterricht oftmals sogar selbst.

Die „Musik-Krabbelgruppe“ hat sich mittlerweile fest im Programm der Musikschule Thayaland etabliert. „Vor sieben Jahren habe ich noch mit zwei Gruppen angefangen. Heuer sind es bereits acht“, schildert sie. In fast jeder der sieben Musikschulgemeinden kommt eine Krabbelgruppe zustande.

Ab dem Alter von drei Jahren können Kinder danach in die musikalische Früherziehung von Birgit Karoh und Sarah Leisch wechseln. „Wir gehen dann schon in Richtung Vorbereitung auf den Instrumentalunterricht und machen neben Singen und Tanzen auch etwas Gehörbildung und Instrumentenkunde“, schildert Karoh. Hier würde das System des aufbauenden Unterrichts voll zum Tragen kommen. „Mittels der vielen Anreize durch die verschiedenen Lehrer können sich die Kinder voll und ganz in alle Richtungen entfalten“, meint Karoh.

Jedes Kind braucht Aufmerksamkeit

Dabei versucht sie auch, gezielt auf jedes Kind einzeln einzugehen. „Je nachdem setzen wir dann die Schwerpunkte, ob das Kind zum Beispiel mehr Unterstützung beim Singen oder beim Rhythmus braucht“, erklärt sie. Zurückhaltung sei dann spätestens in der Gruppe auch bei schüchternen Kindern keine mehr zu spüren. Ein wichtiges Erfolgsrezept der Elementarpädagogin sei viel Abwechslung zwischen den Unterrichtselementen, zwischen Singen und Tanzen, zwischen Bewegung und Ruhe.

Spontan zu reagieren sei ebenso wichtig. Keine Stunde läuft nach einem vorgefertigten Plan ab. „;Man muss immer bereit sein, alle Pläne über den Haufen zu werfen. Wenn die Kinder müde sind, gibt es ein Relax-Programm. Manchmal sind aber auch alle wie von der Tarantel gestochen. Da kann man die Arbeit mit Noten vergessen und braucht stattdessen viel Bewegung“, erzählt Karoh.

Dass all das im Fernunterricht nur schwer bis gar nicht machbar ist, zeigte das vergangene Schuljahr zur Genüge. Mit Videokonferenzen wurde der Kontakt mit Schülern und Eltern gehalten. „Viele haben aber auch verweigert“, berichtet Musikschulleiter Rainer Haidl. So wurde aber auch Initiative gezeigt und auf eine intensive Weiterentwicklung im digitalen Bereich gesetzt. Am Ende sei aber der reale Unterricht unersetzbar.

Auch das Pädagoginnen-Team steht nicht still und ist um eine ständige Weiterentwicklung der Zusammenarbeit bemüht. Zu diesem Zweck gründeten sie ein Trio, in dem auch gemeinsam musiziert wird. Die gute Zusammenarbeit der Lehrer würde die Musikschule Thayaland nämlich besonders auszeichnen. Dadurch könne man die Kinder vom Kleinkind- bis zum Erwachsenenalter hin auf einer langen musikalischen Reise begleiten.