HAK Waidhofen: Mathematik-Unterricht per Videokonferenz. Es ist eine Premiere auch für den anwesenden NÖN-Redakteur, als Direktor Rudolf Mayer die Skype-Videokonferenz mit vier Schülerinnen startet: Was bis vor der Schließung der Schulen am 16. März von den Schülern vielleicht unter Freunden mal praktiziert wurde, ist jetzt in der Handelsakademie Waidhofen Unterrichtsalltag.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. März 2020 (08:09)

Ausnahmsweise geht es in diesem Moment einmal nicht um mathematische Formeln oder neue Übungaufgaben – die vier Schülerinnen Arabella Höller, Carina Kandler, Corinna Baxa und Andrea Hofbauer haben sich bereiterklärt, mit der NÖN über ihre ersten Erfahrungen mit dem nun per E-Learning und Fernunterricht erfolgenden Schulalltag zu sprechen.

Die Technik funktioniert, herausfordernder ist es, abseits der Chat-Sitzungen mit dem Lehrer sich zu motivieren, die gestellten Aufgaben auch diszipliniert abzuwickeln. „Ich habe mir eine To-Do-Liste geschrieben“, erzählt Carina Kandler. Sie bereitet sich gerade auf die Präsentation ihrer Diplomarbeit vor, die – noch(!) – mit 16. April angesetzt ist.

Online-Unterricht über Plattform „Teams“

Im Mathematikunterricht hat der Lehrer Johann Miedler, der auch einer der IT-Administratoren der Schule ist, einen regelrechten Online-Unterricht über die Plattform „Teams“ eingerichtet. Per Videokonferenz nehmen seine Schüler am Unterricht teil. Vor Beginn des Vortrags halten alle Teilnehmer ihren ausgestreckten Daumen in die Kamera, um zu signalisieren, dass sie bereit sind. „Die Mikrofone bleiben dabei stummgeschaltet, sonst würde das ein akustisches Chaos werden“, merkt Miedler im Gespräch mit der NÖN an.

„Ich arbeite auf die Weise, dass meine Schüler dem Vortrag lauschen. Ich kann meinen PC-Bildschirm freigeben, damit sie sehen, was ich schreibe, und ich verwende ein Grafiktablet, mit dem ich wie auf einer Tafel schreiben kann. Wenn ich einen Sachverhalt erklärt habe, machen wir ein Beispiel, und ich schalte durch für Fragen per Chat oder Mikrofon“, beschreibt Miedler, wie der Unterricht abläuft.

Zum Schluss der „Stunde“ – ganz so genau wie mit dem Pausengong in der Schule geht es im Fernunterricht nicht zu – erhalten die Schüler ihre Hausübung. „Dann stehe ich noch für Fragen zur Verfügung“, sagt Miedler.

Englischunterricht: Schüler nehmen sich selbst aut

Auch im Englischunterricht werden bereits die neuen technischen Möglichkeiten genutzt: „Wir haben einen ‚Speaking Task‘ (Sprechübung) als Aufgabe bekommen. Wir müssen uns selber aufnehmen, und die Aufnahme wird dann beurteilt“, erzählt Corinna Baxa.

Natürlich sieht auch die Freizeitgestaltung der Schüler jetzt anders aus. Statt persönlichen Treffen setzt man auf Skype und Whatsapp, um Neuigkeiten auszutauschen und seine Freundschaften zu pflegen.