Real-Löhne im Bezirk Waidhofen stagnieren. Bezirk Waidhofen holte trotzdem im Landesvergleich leicht auf.

Von Michael Schwab. Erstellt am 07. Dezember 2019 (15:36)
Quelle: AKNÖ; Foto: Marian Weyo/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Um einen Platz (von 13 auf 12) hat sich der Bezirk Waidhofen im Einkommensranking 2018 der Arbeiterkammer im Vergleich zu 2017 verbessert.

Waidhofen rangiert mit einem Medianeinkommen (Definition siehe Infobox) von 2.116 Euro im NÖ-Vergleich im Mittelfeld (-2,5% unter NÖ-Schnitt), deutlich hinter Gmünd, das mit 2.278 Euro auf Platz fünf liegt, und vor Zwettl (2.067 Euro, Platz 15) und Horn (1.952 Euro, Platz 20).

Frauen verdienen wegen Teilzeit schlecht

Das reale Einkommensniveau im Bezirk Waidhofen stagnierte im Jahresvergleich mit einem minimalen Plus von 0,07 Prozent. Arbeiter hatten gar nur einen realen Lohnzuwachs von 0,01 Prozent zu verbuchen, die Gehälter von Angestellten legten real gegenüber 2017 um 0,59 Prozent zu.

Angestellte verdienten 2018 mit 2.402 Euro um 401 Euro mehr als Arbeiter (2.001 Euro). Die geschlechtsspezifische Einkommensschere ist mit -37,4 Prozent die siebthöchste unter den NÖ-Bezirken. Frauen verdienen im Median 1.510 Euro, Männer 2.411 Euro. „Das liegt daran, dass bei uns viele Frauen wegen der nötigen Kinderbetreuung nur Teilzeit in Wohnortnähe arbeiten können. Sie sind dann auf Angebote vor Ort, die meist schlecht bezahlt sind, beschränkt. Pendelstrecken von 20 bis 30 Kilometer sind schon problematisch und führen dazu, dass unterm Strich kaum etwas übrig bleibt“, stellt Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Christian Hemerka klar.

Den deutlichen Rückstand zu Gmünd erklärt er durch die im Vergleich geringere Zahl an Industrie-Großbetrieben, die gute Löhne bezahlen.

AK-Chef befürchtet 2020 Rückgang durch Husky-Aus

Die bevorstehende Schließung des Husky-KTW-Werks in Waidhofen wirft laut Hemerka bereits ihre Schatten voraus: „Es ist zu befürchten, dass das Medianeinkommen im Bezirk durch den Wegfall von rund 200 sehr gut bezahlten Arbeitsplätzen 2019 und vor allem 2020 absacken wird. Von den ehemaligen Husky-KTW-Leuten, die schon andere Jobs haben, hat sich laut Betriebsrat bisher keiner verbessert. Wer mit gleichem Gehalt aussteigt, ist schon reinweiß.“

Christian Hemerka hegt große Hoffnungen in das von Ex-Husky-Leuten geplante Werk des indischen Konzerns Vasantha Tool Crafts Pvt. Ltd (VTW GmbH, die NÖN berichtete), um wenigstens einen Teil der ehemaligen Husky-Mitarbeiter aufzufangen.