Erstellt am 27. Mai 2014, 08:41

von Redaktion Gmünd

Emil Jaksch verstorben. Doyen der Waldviertler Künstler verstarb im 97. Lebensjahr. Das Begräbnis findet am Samstag, 7. Juni in Buchbach statt. Emil Jaksch war ein Meister des Schreibens und der Feder.

Emil Jaksch in seinem Atelier im Jahre 2004. Am Samstag verstarb der Künstler im 97. Lebensjahr.Hannes Ramharter/Archiv  |  NOEN

WAIDHOFEN-LAND / Der Doyen der Waldviertler Künstler, Emil Jaksch, verstarb am Samstag im 97. Lebensjahr.

Emil Jaksch wurde 1918 in Wien geboren und wuchs im Heimatort seiner Mutter, in Gumpoldskirchen, auf. Wie sein Vater, der Porträtist war, schlug er die künstlerische Laufbahn ein. Ab 1934 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Wien. Legendär ist die Geschichte, dass Jaksch 1939 ein Stipendium für ein Studium in Florenz erhielt. Um Geld zu sparen, legte er den Weg dorthin zu Fuß zurück und als er dort angekommen war, erhielt er die Verständigung, dass er zur Deutschen Wehrmacht einberufen wurde und kehrte mit der Bahn wieder in seine Heimat zurück, um den Wehrdienst anzutreten.

Nach dem Krieg schloss er 1947 sein Studium mit dem Diplom ab und schlug sich mit allerlei Tätigkeiten durch, unter anderem als Milchmann, der mit einem Fahrrad seine Kunden belieferte.

Mit seiner Tätigkeit als Schriftgrafiker bei einem deutschen Verlag kehrte er zu seinen künstlerischen Wurzeln zurück. Für zahlreiche deutsche Städte schrieb er die im Krieg verloren gegangenen Chroniken neu.

Das Waldviertel wurde zum Ruhepol erkoren

Ende der 1960er Jahre übersiedelte Jaksch mit seiner Familie nach Wiederfeld, wo er einen Bauernhof gekauft hatte. Emil Jaksch engagierte und integrierte sich in seiner neuen Heimat sehr schnell, er schuf das Gemeindewappen für die Anfang der 1970er Jahre entstandene Gemeinde Waidhofen-Land und restaurierte Bilder in zahlreichen Bildstöcken in der Gemeinde. Die Schönheiten seiner neuen Heimat hielt Jaksch darüber hinaus in zahlreichen Grafiken fest, wobei er immer das Auge für vergängliche Sachen hatte, die eigentlich bewahrt werden sollten. Die Familie Jaksch veranstaltete in ihrem Stadel auch kulturelle Events.

Emil Jaksch war besonders stolz auf sein Kripperl mit Figuren von Josef Lechner aus Scheibbs, das er jedes Jahr erweiterte und dem auch Waldviertler Figuren wie der Bandlkramer, der Horologe, Reiserweiber, eine Spinnerin, ein Glasbläser und natürlich auch ein Künstler angehörten.

1985 wurde Jaksch zum Ehrenbürger der Gemeinde Waidhofen-Land ernannt. Daraufhin war der damalige Bürgermeister Franz Groß fieberhaft auf der Suche nach einem anderen Grafiker, der die Ehrenbürgerurkunde gestalten sollte. Emil Jaksch bekam davon Wind und machte Groß folgenden Vorschlag: „Ich mach‘s um‘s halbe Geld und den Rest vertrinken wir!“ Was auch geschah.

Das letzte Werk von Emil Jaksch war 2008 die Ehrenbürgerurkunde für den ehemaligen Bürgermeister Johann Ramharter, Nachfolger von Franz Groß, der ebenfalls in Wiederfeld wohnt. Da waren die Spuren des Alters schon spürbar und Jaksch musste oft mit beiden Händen schreiben - wenn man es nicht wüsste, würde man es auf der Urkunde nicht sehen.

Emil Jaksch wurde u. a. mit dem Berufstitel Professor, dem Ehrenring seiner Heimatgemeinde Gumpoldskirchen, dem Silbernen Ehrenzeichen des Landes NÖ und dem Kulturehrenzeichen der Stadt Waidhofen ausgezeichnet.

Der Verstorbene wird am Samstag, 7. Juni, ab 13.30 Uhr in der Pfarrkirche Buchbach aufgebahrt und anschließend am Friedhof Buchbach bestattet. Eine Betstunde wird am Donnerstag, 5. Juni, um 19.30 Uhr in der Kapelle Wiederfeld abgehalten.