Kößner will „Zum Wohle der Bürger und Gemeinde handeln“. Jüngster Bürgermeister im Bezirk, Martin Kößner, ist bemüht zum Wohle der Gemeindebürger zu handeln. Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen wichtig.

Von Michael Schwab. Erstellt am 20. November 2020 (05:20)
Maritn Kößner ist der jüngste Bürgermeister im Bezirk Waidhofen.
Michael Schwab

Er ist der jüngste Bürgermeister im Bezirk Waidhofen: Der 40-jährige Martin Kößner folgte am 13. Juli Franz Traxler als Bürgermeister der Marktgemeinde Dobersberg, nachdem dieser mit 30. Juni sein Amt zurückgelegt hatte.

Die NÖN sprach mit Martin Kößner über die ersten Monate im Amt, den Umgang mit der beruflichen Doppelbelastung und seine Herangehensweise an die politische Arbeit in der Gemeinde.

NÖN: Sie sind seit 2015 im Gemeinderat. Haben Sie damit gerechnet, so schnell Bürgermeister zur werden?

Martin Kößner: Nein, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Ich bin erst 2006 von Niederedlitz (Gemeinde Thaya) nach Reinolz (Gemeinde Doberberg) übersiedelt, und es ist eher nicht so üblich, dass jemand, der nicht in der Gemeinde aufgewachsen ist, Bürgermeister wird. Aber ich wurde nach Traxlers Rücktritt gefragt, ob ich mir das vorstellen kann.

Haben Sie gleich ja gesagt?

Kößner: Ich brauchte schon eine Weile zum Überlegen, ob das Amt mit der Familie und dem Beruf vereinbar ist. Schließlich habe ich zugestimmt und bin zur Wahl angetreten. Ich habe mich dann dazu entschlossen, meine Arbeitszeit als Bauleiter bei der Waidhofner Firma Lauter auf 30 Stunden zu reduzieren, aber das ist immer noch heftig, und ich kann froh sein, wenn ich in der Kombination nicht über 60 Stunden pro Woche komme.

Wie gehen Sie mit dieser Doppelbelastung um? Entschädigen die schönen Seiten des Amts für die Mühen?

Kößner: Es ist natürlich eine ordentliche Belastung. Man hat laufend Abendtermine und Besprechungen, man wird auch zu Hause angerufen. Das Schöne ist aber, dass man mit Menschen zu tun hat. Da ist von Lob bis Kritik alles dabei, damit muss man umgehen können. Ich denke, das Wichtigste ist sich darüber klar zu sein, dass man es nicht allen recht machen kann, und man sich so gut wie möglich darum bemüht, zum Wohle der Gemeinde und der Mehrheit der Gemeindebürger zu handeln. Ich bin nicht der, der alles weiß, man muss gemeinsam eine Linie finden, die man mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ob es richtig oder falsch war, wird man erst Jahre später erfahren.

Stichwort „gemeinsam“: Wie gehen Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen an?

Kößner: Besonders bei größeren Projekten ist es mir wichtig, vorher mit allen Fraktionen zu reden, damit jeder weiß, worum es geht, sich eine Meinung bilden und sich einbringen kann. Es soll nicht so sein, dass die anderen Fraktionen erst in der Gemeinderatssitzung davon erfahren und sich übergangen fühlen. Natürlich muss man irgendwann eine Entscheidung treffen, und sie muss auch nicht einstimmig sein, aber wenn jemand dagegen ist, soll es eine begründete Gegenstimme sein und nicht deshalb, weil man keine Informationen über ein Projekt im Vorfeld erhalten hat. Man soll nach der Sitzung gemeinsam auf ein Bier gehen können.

Welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Kößner: Jetzt ist es wichtig, die Kanalsanierung im Burgrechtgraben so rasch wie möglich auf Schiene zu bringen. Auch die Baulanderweiterung wird bald in Dobersberg ein großes Thema werden, da sind wir aber noch in der Vorbereitungsphase. Wichtig ist mir auch, dass es uns gelungen ist, eine Nachmittagsbetreuung an der Volksschule einzurichten.