Erste Werkmeisterschule mit 21 Teilnehmern. In Waidhofen werden 21 Studierende zu Maschinenbau-Werkmeistern ausgebildet. Anlass für Kurs war Husky-Aus.

Von Michael Schwab. Erstellt am 13. Februar 2020 (14:50)
Die Studierenden mit Martin Schilk, Christian Farthofer und AK-NÖ-Präsident Markus Wieser.
Michael Schwab

Der Anlass für die erste Werkmeisterschule des BFI Niederösterreich im Waldviertel im Feuerwehrhaus in Waidhofen war kein Erfreulicher: Das überraschende Aus für das Husky-KTW-Werk und der damit verbundene Jobverlust für rund 200 Beschäftigte war der Grundstein dafür.

Die erste Waldviertler Werkmeisterschule wurde am Montagnachmittag eröffnet: Leiter Martin Schilk, BFI-NÖ-Vorstandsvorsitzender Christian Farthofer, Arbeiterkammer-NÖ-Präsident Markus Wieser und BFI-NÖ-Geschäftsführer Michael Jonach bei der offiziellen Eröffnung im Waidhofner Feuerwehrhaus.
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„Wir haben die Werkmeisterschule ursprünglich im Rahmen eines Stiftungskonzepts für Husky-KTW-Mitarbeiter ins Leben gerufen. Es zeigte sich dann aber auch von außerhalb vermehrter Zuspruch“, sagt der Werkmeisterschulen-Leiter Martin Schilk. In dem ein Jahr lang dauernden Lehrgang werden nun 21 Studierende zum Werkmeister für Maschinenbau ausgebildet – zwölf ehemalige Husky-Mitarbeiter und neun Teilnehmer aus dem freien Arbeitsmarkt, die den Kurs selbst bezahlen.

In den von der Feuerwehr gemieteten Räumlichkeiten in Waidhofen findet der Theorieunterricht statt, die praktische Ausbildung erfolgt in Sigmundsherberg. Der Startschuss zum Kurs erfolgte am Montag. Der Großteil der Studierenden stammt aus den Bezirken Gmünd und Waidhofen. „Wir haben eine Räumlichkeit vor Ort für die Theorie gesucht, die vier bis fünf Tage pro Woche verfügbar ist, und sind im Waidhofner Feuerwehrhaus fündig geworden“, erzählt Schilk. Einige der Kursteilnehmer haben bereits eine berufliche Perspektive im entstehenden VTW-Werk in Waidhofen, andere machen den Kurs als Weiterbildung zur Verbesserung ihrer Berufs- und Karrierechancen.

Werkmeister sind Führungskräfte

„Der Werkmeister ist eine Ausbildung, um Führungsaufgaben zu übernehmen. Werkmeister sind in der Regel Schichtführer oder Abteilungsleiter in der Produktion. Sie sind in Zeiten, in denen immer höhere Ausbildungsanforderungen gestellt werden, gesuchte Arbeitskräfte“, betont Schilk. In Kombination mit der Berufsreifeprüfung ist nach sechsjähriger ingenieurmäßiger Tätigkeit auch die Zertifizierung zum Ingenieur möglich. Die Ausbildung wird zusammen mit der Arbeiterkammer Niederösterreich durchgeführt und dauert ein Jahr in Vollzeit.

„Es geht darum, dass ihr wieder einen sicheren Arbeitsplatz findet. Die Werkmeister-Ausbildung ist dafür die beste Voraussetzung“, wandte sich BFI-NÖ-Vorstandsvorsitzender Christian Farthofer an die Studierenden. „Es wird ein intensives Jahr werden, aber das Ziel sollte motivieren, sich richtig reinzuhängen.“

Arbeiterkammer-NÖ-Präsident Markus Wieser freute sich, dass es gelungen war, in kurzer Zeit eine Werkmeisterschule im Waldviertel zu etablieren. Und es soll keineswegs eine „Eintagsfliege“ nur wegen der Husky-Schließung sein. „Nachdem großes Interesse besteht, planen wir 2021 wieder einen Kurs anzubieten. Es wäre durchaus vorstellbar, alle ein bis zwei Jahre einen Werkmeisterkurs in dieser Art und Weise abzuhalten“, kündigt Schilk an.