Stadtgeschichte: Es war einmal Waidehouen. Das neueste Buch Erwin Pöppls gibt Einblicke in die Geschichte von Waidhofen an der Thaya und seiner Einwohner.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:46)
Erwin Pöppl präsentiert am 6. und 13. November in der Anno Lignum Holzerlebniswelt sein neuestes Werk „850 Jahre Waidehouen“.
S. Dangl

Kaum jemand kennt diese Stadt und ihre Menschen besser als er: Erwin Pöppl verbrachte fast sein gesamtes Leben in Waidhofen und widmet seiner Stadt jetzt bereits zum zweiten Mal ein ganzes Buch. „850 Jahre Waidehouen“ lautet der Titel. Kein Schreibfehler, die Stadt wurde so im Jahre 1171 erstmals urkundlich erwähnt. Nächstes Jahr darf also der runde Geburtstag gefeiert werden, und die Lektüre dafür wurde pünktlich fertig.

Wer jetzt ein trockenes Geschichtsbuch erwartet, liegt falsch. Auch Geschichtsmuffel will der ehemalige Gym-Lehrer mit seinem Buch hervorlocken. Während bei Pöppls letztem Buch „Waidhofen pur“ noch die Stadt selbst im Mittelpunkt stand, geht es diesmal um Waidhofen „wie es leibt und lebt“.

„Es ist an sich kein Geschichtsbuch, sondern ein Buch über und für die Menschen Waidhofens“, beschreibt Pöppl sein Werk. „Das Buch bietet einen Querschnitt durch die Waidhofner Bevölkerung und erzählt die Geschichten der Menschen, von der Hebamme bis zum Totengräber.“

Rund 100 Zeitzeugen kommen zu Wort

Die Basis dafür bieten die Zeitzeugeninterviews und Artikel, die Erwin Pöppl seit Jahren für die Waidhofner Stadtnachrichten führt und schreibt. Einige davon wurden direkt übernommen. Es gibt aber auch viel neues Material exklusiv im Buch zu lesen. Rund 100 Waidhofner aus den verschiedensten Bereichen, wie Politik, Kultur, Wirtschaft, Gesundheit und noch viele mehr kommen zu Wort.

So wirft der Historiker im Buch einen Blick hinter die Kulissen des Bürgermeisterdaseins oder erzählt die Geschichte von „Olympia in Waidhofen“, als die olympische Fackel 1936 auf dem Weg nach Berlin durch die Stadt kam.

Auf ein eigenes Kapitel über die reichhaltige Fußballgeschichte der Stadt können sich besonders Sportfans freuen. Auch Hans Gramanitsch darf mit seinem Haustierkrokodil Jokel und der „Orient-Bar“, die weit über Waidhofen hinaus Wellen schlug, nicht fehlen. Untermalt wird das Ganze von einer 16-seitigen Bilderstrecke, die besondere Einblicke geben soll.

Ein Buch für wirklich jeden Waidhofner

„Die Stadt hat so viele besondere Geschichten zu bieten, die wirklich für jeden interessant sind“, betont Pöppl. Zu den Waidhofner Persönlichkeiten zählt der Autor natürlich auch selbst hinzu, weshalb er im Buch Geschichten aus dem eigenen Leben erzählt. So verschlug es ihn als Student 1970 nach Amerika, wo er sich mit Tabakpflücken einen Teil der Reise finanzierte.

„Es war harte Arbeit, aber der Verdienst von umgerechnet 500 Schilling am Tag war ein Wahnsinn. Danach habe ich mit zwei Studienkollegen Amerika erlebt“, resümiert der ehemalige Geschichtslehrer.

Erscheinen wird „850 Jahre Waidhouen“ am 6. November und kann dann in der Buchhandlung Kargl zum Preis von 29 Euro erworben werden. Am gleichen Tag wird Pöppl zudem sein Buch in der Anno Lignum Holzerlebniswelt präsentieren. Eine zweite Präsentation ist für den 13. November angesetzt.

Aufgrund der aktuellen Situation ist eine Voranmeldung unter 02842/52243 oder office@an nolignum.at erforderlich.