Hollenbacher Schnapsbrenner punktet mit Gin. Schnapsbrenner Günther Mayer fand Gin-Rezeptur mit dem richtigen „Pepp“ und erzielte Top-Platzierungen beim Falstaff Spirits-Tasting.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. Februar 2020 (21:43)
Günther Mayer freut sich über eine Top-Platzierung seines Gins im Falstaff-Magazin.
Michael Schwab

Gin ist in – und Schnapsbrenner Günther Mayer ist mittendrin im aktuellen Gin-Hype. Und er räumte mit seinen ersten Kreationen auch beim Falstaff Spirits-Tasting ab.

26 Produkte eingesendet

Überhaupt war das vergangene Jahr für Mayer ein erfolgreiches. Erstmals schickte er seine Erzeugnisse – vom Whisky über Rum und Gin bis zu diversen Spezialitäten – zu Falstaff zur Bewertung ein und erzielte mit allen 26 Ein sendungen Top-Platzierungen bis in die Über-90-Punkte-
Ränge, die für Weltklasse-Qualität stehen.

Hunderte Medaillen im Regal

„Ich dachte mir, ich probiere das einfach einmal aus und schaue, was herauskommt“, ging Mayer locker an die Sache heran. An Auszeichnungen für seine Brände mangelt es ihm ohnehin nicht, da er Jahr für Jahr in Edelhof, auf der Messe Wieselburg und bei der Destillata die eine oder andere Medaille abstaubt. „Insgesamt sind es wohl um die 500“, zeigt er auf eine Reihe von Auszeichnungen an der Wand. Mit der Herstellung von Gin begann er vor rund eineinhalb Jahren, als das Getränk in der Gastronomie zum mehr und mehr gehypten Produkt wurde. Mayers Ziel war, einen Gin zu schaffen, den man auch pur trinken und nicht nur zum Mischen verwenden kann. „Ich kaufte mir verschiedene Sorten im Handel und ließ mich von einem guten Freund beraten, mit dem ich auch meine ersten Kreationen verkostet habe. Er meinte, der Gin ist nicht schlecht, aber es fehlt der Pepp“, erzählt Mayer.

Es fehlte noch der Pepp

Was tun? „Ich habe Ingwer, Limette und Zitrone dazu gegeben, und dann meinte er, jetzt passt es.“ Insgesamt enthalten Mayers sechs Gin-Sorten 12 bis 15 Zutaten, wobei der Wacholder als Ausgangsbasis der Spirituose stets erkennbar bleiben muss. Geschmacksnoten von Holz über Blüten bis Sträucher verfeinern das Endprodukt. Eine weitere Besonderheit von Mayers Gin ist der Alkoholgehalt von 44 Volumsprozent – im Gegensatz zu den industriell üblichen 38 Prozent. Das hat einen Grund: „Alkohol ist ein Geschmacksverstärker.“

Zweiter Platz für „Wüda Gin“

Das Tüfteln zahlte sich aus: Mayers „Wüda Gin 2018“ erzielte mit 91 Punkten den zweiten Platz. Mit dem „Müda Gin 2018“ erreichte er 87 Punkte. Auch mit seine Whiskys war Mayer vorne dabei – je 92 Punkte für den „Edelprinz“ und den „Gluatnest“, was für einen zweiten Platz reichte.

Besonders stolz ist der Hollenbacher auf seine beiden Trester-Produkte „Gelber Muskateller“ und „Gewürztraminer“ – ersterer sprengte die 95 Punkte-Marke (96 Punkte), der Gewürztraimer erzielte 95 Punkte.

Beim Rum errang Mayer mit seinem „Weißen Rum“ mit 89 Punkten den zweiten Platz. Gute Bewertungen erzielte er auch mit seinen Exoten: 94 Punkte für den Mandarinenbrand, 92 für den Bananenbrand.

Seine Privatkunden stammen vorwiegend aus den Bezirken Gmünd und Waidhofen. Mayers große Gastronomiekunden sind aber in Wien. Zur Lieferung kooperiert Mayer mit dem Bäckermeister Erich Kasses aus Thaya: „Er nimmt meine Produkte zusammen mit seinem Brot mit. Dafür brennen wir dann gemeinsam Brot.“