Bezirk Waidhofen: Ohne Schnee wird‘s schwer

Der Winter lässt noch auf sich warten und damit auch der Wintersport.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 04:03
Lesezeit: 3 Min
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Für Skipisten und Langlaufloipen war der Winter bisher nicht streng genug.
Foto: Symbolbild/Shutterstock (BrunoK1)

Wer gesund leben will, muss auch im Winter auf die eigene Fitness schauen. Eine Prise Wintersport ist da die perfekte Lösung. Waidhofen ist allerdings nicht für seine Berge bekannt und auch Schneetage werden immer seltener.

Die erste Anlaufstelle für Skifahrer, der Skilift Frauenstaffel-Ulrichschlag konnte in diesem Winter noch nicht in Betrieb gehen. „Die Schneelage war bisher nicht ausreichend. Wir bräuchten schon 20 bis 30 cm und selbst das ist das absolute Minimum“, erklärt Christoph Bittermann von der Stadtgemeinde Waidhofen.

Mit immer milderen Wintern wird auch der Betrieb immer schwieriger. Im Vorjahr war die Piste nur rund zwei Wochen befahrbar und auch nicht durchgehend. Vorbereitet sei man jedenfalls für die jederzeitige Inbetriebnahme, sollte doch noch genug Schnee zusammenkommen.

Auch Langlaufen war mit den bisher wenigen Schneetagen kaum möglich. Vor allem in Kautzen oder entlang der Thayarunde war das Langlaufen immer recht beliebt. „Im Dezember gab es zwar etwas Schnee, doch nicht genug, und auch der Boden hätte mehr frieren müssen“, schildert der Kautzener Bürgermeister Manfred Wühl.

Noch ist der Winter aber nicht vorbei. Sollte der Wintereinbruch doch kommen, würde in Kautzen auf jeden Fall wieder gespurt werden. Die Länge hängt dabei von den Verhältnissen ab. „In Radschin geht es zum Beispiel meist etwas besser, wegen einer besseren Schneelage“, erklärt Wühl. Bis nach Kautzen zu spuren würde dagegen meist schwierig sein.

Auch entlang der Thayrunde soll heuer bei guter Schneelage gespurt werden. „Geplant ist grundsätzlich immer von Groß Siegharts nach Raabs. Das wird aber von Jahr zu Jahr problematischer“, erzählt Wilhelm-Christian Erasmus vom Zukunftsraum Thayaland. Die kurzen Schneephasen seien meist nicht mehr ausreichend.

Ohne Schnee bleibt in Sachen Wintersport nur mehr das Eis. Einen richtigen Eislaufplatz gibt es im Bezirk allerdings seit 2013 nicht mehr, als der Waidhofner Platz den Betrieb einstellte. Aufgrund einer Petition der Sozialistischen Jugend kommt 2022 allerdings wieder Bewegung auf (die NÖN berichtete).

Sport-Stadtrat Eduard Hieß sieht darin auf jeden Fall Potenzial, doch er pocht auch auf Initiative aus der Bevölkerung. „Die Gemeinde kann so etwas sicher nicht alleine stemmen. Ein neuer Verein müsste vermutlich gegründet werden“, meint Hieß. Gerade durch die Petition würden sich vielleicht jetzt viele Menschen angesprochen fühlen, sich zu engagieren.

Wenn, würde das Projekt aber gerade ganz am Anfang stehen. „Alle müssen zuerst an einen Tisch. Gemeinsam mit Sponsoren und der Unterstützung des Landes Niederösterreich könnte ein Konzept umgesetzt werden“, sagt der Waidhofner Stadtrat.

In Sachen Wintersport schaut der Bezirk ohne Schnee also aktuell noch durch die Finger. Bei ohnehin milden Temperaturen bleiben zur eigenen Fitness nur gewohnte Sportarten. Der Waidhofner Laufverein trainiert auch im Winter. „Pause gibt es bei uns eigentlich nie. Unsere Lauftreffs sind auch im Winter möglich“, betont Obmann Erich Scharf. Gerade für Wettkämpfe im Frühjahr müsse man den Winter über im Training bleiben.

Aufs Immunsystem achten und nicht übertreiben

Etwas Überwindung brauche es zum Laufen bei Minustemperaturen allerdings schon. „Man muss halt mehr aufs Immunsystem achten und es nicht übertreiben. Das kann aber jeder nur für sich selbst einschätzen“, meint Scharf. Letzten Endes konnte der bisherige Winter in Sachen Wintersport noch nicht punkten. Es bleibt abzuwarten, wann oder ob überhaupt Skifahren und Langlaufen wieder möglich sein werden, oder ob man dafür heuer doch eine längere Autofahrt auf sich nehmen muss.

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