Fotomarathon: "Erste Idee ist ohnehin die Beste". Welche Zugänge verfolgen die Teilnehmer, wenn sie zum Fotomarathon antreten? Die Fotoclub-Mitglieder Katharina Kronister, Roland Schneider und Elisa Plobner-Trisko schildern dies der NÖN.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 14. Juni 2021 (12:01)

Originelle Ideen und ein geschultes Auge waren am Samstag wieder beim traditionellen Fotomarathon des Fotolaborclubs Groß Siegharts gefragt. 20 Teilnehmer strömten um 10 Uhr aus, um bis 18 Uhr zu den zwölf vorgegebenen Themen ein möglichst überzeugendes Foto zu schießen. Dabei gab es konkrete Themenbegriffe wie „Architektur“ oder Abstrakte wie „Schärfe/Unschärfe“.

Die Themen mussten auch in der vorgegebenen Reihenfolge abgearbeitet werden. Die Herangehensweise der einzelnen Teilnehmer war dabei recht unterschiedlich. Katharina Kronister ist seit rund einem Jahr Mitglied beim Fotolaborclub. Sie interessierte sich schon länger für Fotografie und suchte Gleichgesinnte zum Austausch. Den Fotomarathon ging sie mit viel Vorplanung an.

"Habe versucht, Themen sehr wörtlich zu nehmen"

Nach Aushändigung der Themenliste notierte sie gleich ihre spontanen Ideen, die ihr dazu einfielen. Sie fixierte sich jedoch nicht auf diese, sondern ließ sich auch von diversen Eindrücken inspirieren. Sie wählte auch mehrere Motive zu einem Thema und entschied sich erst am Ende, welches Bild sie zur Bewertung abgab. Bei der Umsetzung der Themen neigt sie eher dazu zwei Mal um die Ecke zu denken, was sie jedoch nicht immer unbedingt als zielführend sieht. „Ich habe versucht, die Themen sehr wörtlich zu nehmen, weil ich manchmal eine andere Definition davon habe, die dann von der Jury eventuell nicht mehr nachvollzogen werden kann.“

Roland Schneider ist ein routiniertes Mitglied des Clubs. Er zeigte sich nach dem Bewerb sehr zufrieden mit den Themen. „Mir ist es heute wirklich sehr gut gegangen und die Aufgaben waren sehr abwechslungsreich“, berichtet er. „Es war sehr kurzweilig und mit der Zeit ist es sich auch gut ausgegangen.“ Er bevorzugt Themen, die man wörtlich oder auch doppeldeutig und lustig umsetzten kann. Bei manchen Themen hatte er spontane Ideen, für die anderen gab er sich eine Nachdenkzeit. „Ich fotografiere meist auch nur ein Motiv zum Thema, denn nach all den Jahren habe ich festgestellt, dass die erste Idee meist ohnehin die Beste ist“, meint er.

Jüngstes Mitglied hat Liste der Reihe nach abgearbeitet

Eines der jüngsten Fotolabormitglieder, Elisa Plobner-Trisko, war auch am Start. Sie hat sich keinen Gesamtplan gemacht, sondern hat die Liste der Reihe nach abgearbeitet. „Ich habe zu jedem Thema mehrere Motive gewählt, und wenn ich das Gefühl hatte, eines davon könnte ich abgeben, bin ich in der Liste weitergegangen“, erzählt sie.

Die Bewertung übernimmt immer ein befreundeter Fotoclub, der die Bilder anonymisiert übermittelt bekommt. Die Gewinner werden beim Fotofest im September bekannt gegeben.