Intelligente Öffnung für Grenzbezirke gefordert. Nach wie vor Absperrungen in Fratres. Niklas Perzi fordert intelligente Öffnung für Grenzbezirke.

Von Michael Schwab. Erstellt am 25. Mai 2020 (19:32)
Kundgebung am Grenzübergang Fratres am Samstag, der trotz Ankündigung noch nicht geöffnet wurde.
privat

Nichts Neues gibt es an der Grenze: Trotz anderslautender Ankündigungen (

) ist der Grenzübergang nach wie vor geschlossen.

Während von österreichischer Seite aus das Passieren der Grenze für bestimmte Personenkreise wie Landwirte, die im grenznahen Bereich Felder und Wälder bewirtschaften, möglich wäre, gibt es offenbar von tschechischer Seite aus keine Bestrebungen, diesen Grenzübertritt zu ermöglichen. Zu keiner Zeit, weder unter der Woche noch am Wochenende, wurden die Absperrgitter und Betonklötze weggeräumt.

Fragt man die an der Grenze stationierten Milizsoldaten, erntet man nur Achselzucken: Es gibt keine Information, wann und ob aufgemacht werden soll.

Niklas Perzi fordert intelligente Öffnung für Grenzbezirke

Am Samstag trafen sich Österreicher und Tschechen zu einer gemeinsamen Kundgebung am Grenzübergang Fratres. Die Demonstration fand im Rahmen der Reihe „Samstage für die Nachbarschaft“ statt, die in Tschechien seit einigen Wochen stattfindet und für die Öffnung der Grenzen zu den Nachbarstaaten wirbt. „Gleichsam über Nacht wurden die Grenzen zwischen zwei Schengen-Staaten dicht gemacht. Wer hätte sich dies angesichts der 30-Jahr-Feiern zum Fall des Eisernen Vorhanges 2019 gedacht“, stellte dazu Niklas Perzi, Organisator der Kundgebung auf österreichischer Seite fest. Genauso mangelhaft wie die Informationen über die Grenzschließungen würden nun jene über die Grenzöffnung erfolgen, kritisert Perzi. Er fordert eine intelligente Öffnung für die Bewohner der Grenzbezirke. „In den vergangenen Wochen wurden wir wieder schmerzhaft an die Jahrzehnte der Trennung erinnert. Wir sahen aber auch, wie intensiv die Kontakte auf allen Ebenen sind, die jetzt unterbrochen wurden“, stellt Perzi klar.