Zweiter Weltkrieg: Gedenkfeier beim Mahnmal. Vor 73 Jahren wurden deutschsprachige Bewohner vetrieben.

Von Michael Schwab. Erstellt am 19. August 2018 (05:18)
Michael Schwab
Beim Mahnmal an der Grenze bei Fratres wurde der Vertreibung der Deutschen aus dem Zlabingser Ländchen gedacht: Dieter Vorhemus, Rupert Stejskal, Bürgermeister Rudolf Hofstätter, Kreisbetreuer Robert Nowak, Friedrich Strommer und der Bundesobmann der Südmährer in Österreich, Josef Mord.

73 Jahre ist es her, als nach Ende des Zweiten Weltkrieges die deutschsprachigen Bewohner aus Südmähren und dem Zlabingser Ländchen grausam vertrieben wurden.

48 der rund 12.500 Vertriebenen aus dem Zlabingser Ländchen überlebten dies nicht – daran wurde bei einer Gedenkfeier beim Mahnmal nahe der Grenze bei Fratres am Sonntag gedacht. Der Kreis der Zeitzeugen wird immer kleiner, doch die noch lebenden Mitglieder der Erlebnisgeneration setzten viel daran, ihre Kulturdenkmäler in der alten Heimat und die Erinnerung an die historischen Ereignisse zu erhalten und aufzuarbeiten.

„Wir haben einige sehr engagierte Mitglieder des Zlabingser Heimatkreises verloren“

„Ich habe noch heute die Bilder von der endlos langen Schlange von Menschen vor mir, die über die Grenze beim Zollhaus vorbeizog. Wir fanden erstmals in Fratres Unterschlupf, dann ging es für die meisten in Sammeltransporten weiter nach Deutschland“, erinnerte sich Rupert Stejskal. Seit dem letzten Treffen vor zwei Jahren sind einige Mitglieder der Erlebnisgeneration verstorben. „Wir haben einige sehr engagierte Mitglieder des Zlabingser Heimatkreises verloren“, sagte Stejskal beim Totengedenken.

Kreisbetreuer Robert Nowak betonte, dass es den Heimatvertriebenen nicht um Rache oder Vergeltung für die Gräueltaten der Tschechen gehe – davon habe man bereits 1950 Abstand genommen – sondern darum, „dass diejenige, welche die Gräueltaten begangen haben, Reue zeigen. Wir würden uns einen offenen Zugang und einen offenen Dialog zur Geschichte über die Grenze wünschen.“

Bürgermeister Rudolf Hofstätter wies auf die Situation an den Grenzen Europas hin, wo nach wie vor vom Krieg vertriebene Menschen Zuflucht suchen: „Es wäre schön, wenn eines Tages Gedenkfeiern nur noch an frühere Ereignisse erinnern, und nicht auf etwas, was gerade immer noch irgendwo auf der Welt passiert.“