Freibad unter der Lupe. Gemeinderat / Unternehmensberater Walter Wosner präsentierte den Gemeinderäten Einsparungspotenziale, aber auch Attraktivitätsverbesserungen wie längere Öffnungszeiten.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. Juli 2014 (08:48)
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WAIDHOFEN / Rund 26.000 Euro jährlich könnte sich die Stadtgemeinde laut einem in der Gemeinderatssitzung am 25. Juni präsentierten Bericht des Unternehmensberaters Walter Wosner beim Betrieb des Freibades ersparen.

Der Löwenanteil würde, so Wosner in seinem Vortrag, durch eine Reduktion des Personalkostenaufwandes um 20.000 Euro getragen werden. Wosner führte an, dass es im derzeitigen Dienstrad einen hohen Anteil an Doppelbesetzungen gäbe, welcher durch geeignete Maßnahmen, etwa die Anschaffung eines Reinigungsroboters, eine Reduzierung des vormittäglichen Kassenbetriebs in der Nebensaison oder den Einsatz von Saisonkräften statt Neueinstellungen für den Kassenbetrieb reduziert werden könnte.

Außerdem könnten, so Wosner, Arbeiten wie Müllentsorgung oder Rasenmähen auch während der Öffnungszeiten an Tagen mit schwachem Besuch durchgeführt und die Wassermessungen, welche derzeit von Wasserwerk ausgeführt werden, durch das Badepersonal erledigt werden.

Ein Vorschlag war auch, an schwachen Tagen vormittags den Bademeister kassieren zu lassen. Allerdings sei vorher ein Risiko-Check mit dem Bädersachverständigen des Landes Niederösterreich anzuraten, da die Rechtslage, ob während des Badebetriebs etwa der Rasen gemäht werden darf, nicht eindeutig geregelt sei.

Außerdem wäre eine Partnerschaft mit dem Bundesheer in Betracht zu ziehen, dem man das Bad in betriebsschwachen Zeiten zur Verfügung stellen und im Gegenzug leichte, unqualifizierte Arbeiten durch Rekruten ausführen lassen könne.

Um die Einnahmen zu verbessern, schlug Wosner in seinem Bericht vor, bei geeigneter Wetterlage durch längere Abendöffnungszeiten die Attraktivität des Bades zu erhöhen sowie durch Badefeste und Veranstaltungen Besucher ins Freibad zu locken.

„After Work Angebot wäre zu begrüßen“

Nach dem Bericht meldete sich Gemeinderat Andreas Hitz (SPÖ) zu Wort. „Ich sehe auf der einen Seite ein Bild mit positiven Veränderungen, ich kann mir zum Beispiel ein After-Work-Angebot mit längeren Öffnungszeiten gut vorstellen, aber auf der anderen Seite sehe ich ein Bild mit Einsparungen. Der Roboter reinigt, ein Kassenautomat kassiert, Rekruten räumen den Müll weg, und die restlichen Arbeiten erledigen atypisch Beschäftigte, die man nur dann bezahlen muss, wenn sie da sind“, gab Hitz zu bedenken.

Stadtrat Franz Pfabigan (SPÖ) störte sich an dem Vorschlag des Rasenmähens während des Betriebs: „Ich möchte das sicher nicht, das stört!“ Anders sah es Stadtrat Alfred Sturm (ÖVP). „Ich finde Rasenmähen am Vormittag nicht schlimm, die Dauergäste ziehen da ihre Runden, da sehe ich kein Problem. Längere Öffnungszeiten am Abend wären zu begrüßen“, meinte Sturm.

Gemeinderat Martin Litschauer (Grüne) äußerte sich zu dem im Bericht erwähnten Vorschlag, einen Sonnenschutz für die Kleinkinderecke zu installieren. „Hier könnte man eine Photovoltaik-Anlage mit Bürgerbeteiligung installieren, die spendet Schatten, und die Erträge könnte man in die Eintrittskartenpreise kalkulieren“, schlug er vor. Weitere Einsparungen in Höhe von 5.000 Euro sollen bei Sachaufwänden erzielt werden. Ob Maßnahmen wie längere Öffnungszeiten noch heuer umsetzbar sind, blieb in der Sitzung offen.