3G-Regeln und Impfung als Mittel zur Normalität. Die Corona-Impfung als Weg zurück zur Normalität und bester Motor für die Wirtschaft – das hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Mittwoch beim von der „NÖ.Regional“ organisierten „Frühstück mit der Region“ vor 43 Gemeindevertretern aus dem gesamten Waldviertel im Waidhofner Stadtsaal hervor.

Von Michael Schwab. Erstellt am 24. Juni 2021 (12:19)
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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit den Abgeordneten des Waldviertels: Bunderatsabgeordneter Eduard Köck, Landtagsabgeordneter Josef Wiesinger, Landtagsabgeordnete Margit Göll, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Arbeits-Landesrat Martin Eichtinger, Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais, Landtagsabgeordneter Jürgen Maier und Nationalratsabgeordneter Lukas Brandweiner.
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Um eine möglichst hohe Durchimpfungsrate zu erreichen, sieht Mikl-Leitner die „3G-Regel“ als wichtigstes Mittel, um mehr Menschen zur Impfung zu motivieren. „Irgendwann geht es jedem auf die Nerven, ständig testen gehen zu müssen“, stellte die Landeshauptfrau klar. „Wir müssen es schaffen, dass auch die Jungen impfen gehen.“ Sie halte es auch für grob fahrlässig, wenn Beschäftigte im Gesundheitswesen nicht geimpft seien.

Im Hinblick auf den anlaufenden Tourismus hält Mikl-Leitner die „3G-Regel“ auch aus Sicht der Gästesicherheit für notwendig. Gerade internationale Gäste würden Wert auf einen corona-sicheren Urlaub legen. „Ich bin persönlich auch lieber in einem Hotel oder Gasthaus, wo man genau auf die 3G-Regeln achtet“, stellte die Landeshauptfrau klar.

70 Prozent der impfbaren Bevölkerung bis Mitte August geimpft

Bis Mitte August sollen 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung in Niederösterreich vollständig gegen Corona geimpft sein. „Mein Ziel wäre, bis September auch die 12-16-Jährigen durchgeimpft zu haben“, betonte Mikl-Leitner.

Positives gibt es auch am Arbeitsmarkt zu vermelden. Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) gab einen Überblick über die aktuelle Lage. Man nähere sich wieder dem Vorkrisen-Niveau an und habe im Vergleich zu 2019 den zweitniedrigsten Zuwachs an Arbeitslosen in Österreich zu verzeichnen – nur Kärnten liege noch besser. „Im Bereich der Jugendlichen, also der unter 25-Jährigen stehen wir besonders gut da: Hier suchen 3.305 Personen gegenwärtig einen Job, das sind im Vergleich zum Jahr 2020 minus 55 Prozent und das stellt sogar im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 einen Rückgang von elf Prozent dar“, freute sich Eichtinger.

Arbeitslosenquote im Walviertel unter NÖ-Schnitt

Im Waldviertel liegt Arbeitslosenquote liegt mit 3,9 bis maximal 7 Prozent sogar unter dem aktuellen Niederösterreichschnitt mit 7,8 Prozent. Abzuwarten sei noch das Auslaufen der Kurzarbeit, die ab 1. Juli stark eingeschränkt wird. „Wir haben im Juni noch 65.000 Personen zur Kurzarbeit angemeldet, es ist noch offen, wie viele davon tatsächlich als Kurzarbeiter abgerechnet werden, und wie viele Betroffene ab 1. Juli arbeitslos werden, wenn die Kurzarbeit ausläuft“, gab Eichtinger zu bedenken. „Mit der NÖ Arbeitsmarktstrategie 2021-2027 haben wir zudem eine Ausrichtung eingenommen, die Niederösterreich über die nächsten Jahre formen und durch eine Zeit mit vielen Veränderungen stabil führen wird. Mit den drei Säulen – insbesondere die Qualifizierung für Beschäftigung und der Kompetenzorientierung gehen wir mutig in die Zukunft“, führte Eichtinger weiter aus.

NÖ-Wirtschaft soll heuer um 3,5 Prozent wachsen

Niederösterreichs Wirtschaft steht ein Aufschwung im hohen Ausmaß bevor. Das Economica Institut sagt heuer Niederösterreich ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent voraus, für das nächste Jahr werden sogar 4,1 Prozent prognostiziert.

Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) bezeichnete die Corona-Krise als den schlimmsten Wirtschaftseinbruch der vergangenen 50 Jahre. In Niederösterreich sei die Wirtschaft um 6,5 Prozent eingebrochen. Man habe gesehen, dass Unternehmen, die stärker auf Digitalisierung gesetzt haben, besser durch die Krise gekommen seien. Das Land NÖ unterstützt dies durch eine spezielle Förderung: „Insgesamt wurden im Waldviertel 114 Digitalisierungsprojekte der Förderung digi4wirtschaft bewilligt und mit 2,2 Mio. Euro Zuschüssen unterstützt. Dadurch werden im Waldviertel Investitionen von rund 7,2 Millionen Euro ausgelöst“ rechnete Danninger vor.

Zehn neue Betriebe hätten sich von Jänner bis Mai im Waldviertel angesiedelt, in NÖ waren es insgesamt 49. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist nun das vordringlichste Ziel, den Aufschwung zu schaffen, und so schnell wie möglich und so kraftvoll wie möglich wieder nach vorne zu kommen und Zukunfts-Chancen zu nutzen.

Für dieses Vorhaben würden alle an einem Strang ziehen und in eine gute und erfolgreiche Zukunft investieren, so Mikl-Leitner: „Von allen Seiten gibt es umfangreiche Unterstützungs-Pakete. Zum einen unser blau-gelbes kommunales Kraftpaket in der Größenordnung von über 830 Millionen Euro, mit dem Ziel die Liquidität der Gemeinden zu sichern, weitere Investitionen auszulösen, sowie die Städte und Gemeinden krisenfester zu machen.“

Appell: Gemeinden sollen sich auf dringend nötige Projekte konzentrieren

Zusätzlich gab es auch zwei Gemeinde-Pakete des Bundes, wo in Summe rund 435 Millionen Euro für die Gemeinden bereitgestellt werden. „Zum anderen nehmen wir etwa seitens des Landes alleine im Jahr 2021 rund 900 Millionen Euro in die Hand, um in die Bereiche Gesundheit, öffentlicher Verkehr, Straßenbau, Klima- und Umweltschutz und in die Bildung weiter zu investieren“, informierte die Landeshauptfrau.

Sie appellierte an die Gemeinden, jetzt vor allem jene Projekte umzusetzen, die dringend und notwendig sind, um die derzeit aufgeheizte Lage in der Bauwirtschaft mit steigenden Rohstoffpreisen nicht noch weiter anzuheizen, und mit weniger dringenden Vorhaben ein wenig zu warten, bis der Boom wieder abebbt.