Firma Wirtex: Überleben durch Innovation. Firma Wirtex setzt auf Innovation, um gegenüber dem Weltmarkt zu bestehen. Neuestes Produkt ist ein Badetuch aus Hanf.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:12)
Rudolf und Monika Strobl mit Sohn Robert präsentieren stolz ihr Warensortiment.
Robert Herbst

Gut durch die Krise ist die Firma Wirtex aus Frühwärts gekommen. In den Monaten März und April 2020 hat die Frottierweberei überdurchschnittliche Umsätze erzielt.

Ersten Bedarf an Masken abgedeckt. „Wir haben zwei Monate lang Masken produziert, danach haben wir aufgehört, weil wir wussten, dass billige Ware aus Übersee kommen wird“ erklärt Inhaber Rudolf Strobl.

„Wir haben den ersten Bedarf damit abgedeckt, aber durch die neuen Verordnungen sind diese Masken sowieso nicht mehr aktuell. Auf jeden Fall sieht man, dass man auch in Corona-Zeiten als Textilfabrik innovativ sein kann.“

Hotels und Thermen fielen aus, dafür mehr Besucher im Shop. Der Betrieb hat auch verstärkt im Sommer auf regionalen Tourismus gesetzt und dadurch im Direktverkauf mehr Umsätze erwirtschaftet. „Große Stammkunden, wie Hotels oder Thermen sind zwar ausgefallen, aber Aktionen - etwa die NÖ-Card, deren Partner wir sind - haben viele Besucher gebracht“, freut sich Strobl. „Wir bieten Führungen durch den Betrieb an, damit man sieht, dass auch heutzutage derlei Produkte noch regional produziert werden. Und das nutzen die Leute gerne, die aus ganz Niederösterreich zu uns kommen. Im Vorjahr gab es keine Busreisen, dafür sind die Leute eher regional unterwegs gewesen. Das haben auch andere Betriebe bestätigt.“ Bei Wirtex werden Frottierwaren aller Art wie Duschtücher, Badetücher, Handtücher und Bademäntel angeboten. Auf Wunsch wird alles auch individualisiert erzeugt.

Innovation: Badetücher aus Hanf. Das Wichtigste sind Innovationen, hier setzt man auf Handtücher und Badetücher aus Hanf. „Wir experimentieren mit den verschiedensten Produkten, darunter ist auch Hanf als regionales Produkt“, schildert Strobl. „Nachhaltigkeit ist bei uns ein großes Thema, wir wollen wieder mit altbekannten Rohstoffen arbeiten.“ Beliebt sei auch wieder das Grubentuch, das als dunkelblaues Großmutter-Geschirrtuch bekannt ist. Das hätte man wieder zum Leben erweckt.

„Wir wollen uns mit solchen Nischenprodukten am Markt behaupten, denn selbst China ist am Weltmarkt schon zu teuer“, meint Strobl. „Mittlerweile werden sämtliche Textilien zu Dumpingpreisen in Afrika produziert, wo Regierungen teilweise die Unternehmen bezahlen, um ihnen die Kosten für die Mitarbeiter abzunehmen. Für uns sind jedoch die Mitarbeiter das Wichtigste, die auch entsprechend von uns bezahlt werden.“ In Übersee werde ein Handtuch zu einem Preis produziert, wofür bei uns schon die Rohware teurer sei.

„Bisher habe ich jedes Jahr mit einem Plus abschließen können, und das soll auch so bleiben“, sagt der Firmenchef. Dafür will er verstärkt auf den Export setzen bzw. das Bewusstsein für Regionalität noch mehr fördern. Sollte es die Corona- Lage erlauben, wird im Juni ein Handwerksmarkt stattfinden, bei dem regionale Produkte von Keramik bis zu Korbwaren über Textilien angeboten werden sollen.