Nach Brand: Baustelle im Tierheim Schlosser

Nach dem Brand im Februar laufen die Arbeiten am Tierheim Schlosser schleppend. Einzugstermin vermutlich erst Jänner.

Sebastian Dangl Erstellt am 17. September 2021 | 04:41
440_0008_8163536_wai35rud_gastern_tierheim.jpg
Die Arbeiten am Tierheim werden sich laut Erwin Schlosser noch etwas hinziehen.
Foto: Sebastian Dangl

Schleppend laufen die Wiederaufbauarbeiten am Tierheim Schlosser. Nach dem Brand im Februar wurde bereits das Dach neu verschalt. Im Fokus steht jetzt die Arbeit an den Innenräumen, und die würden sich laut Erwin Schlosser doch sehr hinziehen.

„Die Mansarde ist jetzt wärmegedämmt. Jetzt muss noch fertig verspachtelt und gestrichen werden“, erklärt er. Auch der Linoleumboden soll bald kommen. In einigen Wochen sollen zumindest diese Arbeiten abgeschlossen sein und dann kann so langsam an die Einrichtung gedacht werden. „Wir hätten mit einem Einzugstermin im November gerechnet. Momentan sieht es aber nach Jänner aus“, meint Schlosser.

Weihnachts-Markt ist in Gefahr

Damit ist auch eine geplante Wiedereröffnung des Schnäppchenmarktes zu Weihnachten in Gefahr. Über 60 Regale müssten davor auch noch aufgebaut werden. Diese dann auch noch rechtzeitig zu bestücken sei das nächste Problem. „Es stellt sich die Frage, ob sich das alles noch bis dahin ausgeht“, sagt der Tierheimbetreiber.

Finanziell ist die Lage auch keine leichte. Nach dem Brand sei der Gesamtschaden auf rund 590.000 Euro geschätzt worden. Aufgrund von Abstrichen von der Versicherung könnte es jetzt laut Schlosser soweit kommen, dass er auf einem Teil der Kosten sitzen bleibt. Gravierend war auch ein Einbruch der Spenden. „Ich kann es mir nicht erklären. Manche haben anscheinend geglaubt, dass wir zusperren.“ Falsche Gerüchte um das Tierheim hätten ihren Teil beigetragen.

Die größte Einnahmequelle, der Schnäppchenmarkt fiel seit Februar auch weg. Umso wichtiger seien gerade jetzt die Spenden, ob Geld oder Material. Bei Letzteren würden sich weitere Probleme anbahnen. Lagerraum sei nämlich seit dem Brand auch nur sehr begrenzt. „Viele glauben zudem anscheinend, dass wir eine Entsorgungsstelle für Restmüll sind“, ärgert sich Schlosser. „Man sollte bitte zuerst überlegen, was man vorbeibringt. Wir haben schon an vielen Stellen darauf hingewiesen, dass wir keine Matratzen, Steppdecken oder Polster brauchen.“ Viel wichtiger wären stattdessen Handtücher, Bettwäsche oder kleine Fleckerlteppiche, also alles, was waschbar ist.

Normalbetrieb nicht vor Februar

Mit den Tieren würde es sich platzmäßig noch gut ausgehen. „Ich nehme aktuell sowieso nur Tiere, wenn es absolut notwendig ist und auch der Platz da ist“, betont Schlosser. Nur das regelmäßige Spaziergehen muss im Angesicht der Baustelle eingestellt werden. Mit einer Rückkehr in den Normalbetrieb rechnet Schlosser nicht vor Februar oder März. Selbst dann soll im Frühjahr noch an der Fassade gearbeitet werden.