Veränderung: Neuer Weg für Klaus Hölzl aufgetan. Haubenkoch Klaus Hölzl nahm das Angebot, an der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus in Retz zu unterrichten, an.

Von Michael Schwab. Erstellt am 10. August 2019 (04:58)
Michael Schwab
Klaus Hölzl wird ab September an der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus in Retz unterrichten und seine Firma als Event-, Miet- und Privatkoch weiterbetreiben. Das Lokal schließt im Dezember.

Vom Haubenkoch und Lokalbetreiber zum Kochlehrer – „Auszeit“-Wirt Klaus Hölzl steht vor einer großen beruflichen Veränderung.

Wie berichtet, will er sein Lokal in Gastern mit Jahresende schließen, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Er sei Koch mit Leib und Seele und wolle sich wieder mehr auf das Kochen konzentrieren, ohne durch administrative Hintergrundarbeiten wie die Buchhaltung belastet zu sein. Ursprünglich hätte er eine leitende Position in einem Tourismus- oder Gastronomiebetrieb angestrebt und auch einige diesbezügliche Angebote erhalten, doch mit einem Anruf der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus in Retz tat sich vor Kurzem ein neuer Weg für ihn auf.

„Beim ersten Anruf sagte ich noch nein, aber am nächsten Tag läutete erneut das Telefon. Diesmal sagte ich, ich schaue es mir an“, erzählt Hölzl, der sich die Entscheidung nicht leichtgemacht hat: „Ich habe viel mit älteren Kollegen gesprochen. Ich bin gerade auf einem guten Weg mit meiner Haube und dem Erfolg bei den ‚Jungen Wilden‘ (ein internationaler Kochwettbewerb, Anm.), das würde alles zurückbleiben. Die Kollegen rieten mir aber alle, das Angebot anzunehmen. Denn von all den Auszeichnungen kannst du nicht abbeißen, die sind nur fürs Ego“. Für die Familie sei der neue Job, den Hözl schon im September antreten wird, ein „Jackpot“. Viermal pro Woche muss er nach Retz pendeln, das könne man in Kauf nehmen, denn dafür habe man die Wochenenden frei und lange Ferien. „Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge bei der Sache, weil ich das, was ich bisher gemacht habe, gerne mache, aber jungen Leuten mein Wissen weiterzugeben ist auch etwas Schönes und eine Ehre“, meint Hölzl.

Lokal bleibt bis 15. Dezember geöffnet

An seinem Versprechen, die „Auszeit“ bis zum 15. Dezember offen zu halten, ändert er nichts: „Das werden vier stressige Monate werden, aber es wird gehen.“ Auch ohne Lokal wird es die „Auszeit“ weiter geben – Hölzl will nämlich neben seinem Job als Lehrer als Event-, Miet- und Privatkoch weiterarbeiten. Für das Equipment hat er zu Hause viel Platz. „Es ist alles da, daher will ich unter dem Motto ‚Haubenküche für zu Hause‘ weitermachen.“ Erste Aufträge für 2020 hat er schon.

„Der Vorteil ist jetzt, dass ich Aufträge annehmen kann und nicht muss. Das nimmt den Druck weg und ermöglicht mir, mich ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren“, sagt Hölzl. Und mit dem Wissen, einige gute andere Angebote in der Hinterhand zu haben, sei die Entscheidung, es als Kochlehrer zu probieren, dann doch nicht so schwer gefallen.