Wer sich der Wahl stellt. Wer sind die Gasterner Spitzenkandidaten und für welche Parteien treten sie an? Wofür stehen sie? Was sind ihre Visionen?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Januar 2020 (18:28)
v.l.n.r.:  Bürgermeister Roland Datler ist ÖVP-Spitzenkandidat, derzeit 15 Mandate. Margit Jony tritt zum ersten Mal als SPÖ-Spitzenkandidatin an, 2 Mandate. Thomas Pischinger tritt als neuer FPÖ-Spitzenkandidat an, 1 Mandat. Gemeinderat Reinhard Puchinger ist Listenerster für die Grünen, 1 Mandat
VP, privat, FP, Grüne

Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich die Marktgemeinde seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Datler: In Gastern wurde und wird sehr stark in Erhalt und Ausbau der Infrastruktur (Glasfaser, Hochwasserschutz, Wohnungen, Kindergarten, Volksschule, Amtshaus, Wasserversorgung, Verkehrssicherheit, Energie, Kommunalzentrum) investiert. Ziel ist, ein Wohn- und Lebensraum für alle Generationen zu sein.

Jony: Die Marktgemeinde Gastern hat sich gut entwickelt, es gibt genügend Potenzial nach oben.

Pischinger: Dank der Firma „Pro Pet“ konnten viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Durch die große Unterstützung der Bürger und Bürgerinnen konnten die Landesfeuerwehrleistungsbewerbe erfolgreich absolviert werden – eine hervorragende Leistung unserer Feuerwehr.

Puchinger: Es ist spürbar, dass in der Gemeinde Gastern das Interesse an regional hergestellten Lebensmitteln stetig steigt. Immer mehr Landwirte bieten ihre Produkte regional an und steigen um auf biologische Landwirtschaft.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre Handlungsbedarf? Was sind die ersten Vorhaben, denen sich die kommunale Politik widmen soll?

Datler: In einem Leitbildprozess wurden mit der Bevölkerung viele Aufgaben zu den Handlungsfeldern Wohnraum, Lebensraum, Wirtschaftsstandort und „Gast sein in GASTern“ erarbeitet. Vieles davon ist bereits in Umsetzung (etwa Wohnstandort, Betriebsgebiet/Arbeitsplätze, Ortskernbelebung, Nachmittagsbetreuung in Kindergarten und Volksschule) oder geplant (Projekt Nachbarschaftshilfe PLUS, Kommunalzentrum NEU, …). Gastern soll lebenswert bleiben!

Jony: Ausbau der Kindergartenplätze, bedarfsgerechte Kinderbetreuung. Dringender Handlungsbedarf bei der Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz. Angemessene Verteilung der Budgetmittel auf jeweilige Ortschaften für die Güterwege. Förderung aktiver Bürgerbeteiligung als Ausdruck lebender Demokratie und Wertschätzung (Menschen zuhören, andere Meinungen respektieren). Rücksicht auf die Schwächeren der Gemeinde (höflich-respektvoller Umgang).

Pischinger: Der Fokus muss auf der Erschließung und Bereitstellung von Bauplätzen, auch in den Katastralgemeinden, liegen. Vereine sollten mehr gefördert werden, im Besonderen jene, die sich um unsere Jugend kümmern, wie Sportverein und Feuerwehr. Die Wegeerhaltung und der Wegebau, auch im Wald, muss wieder mehr Budget erhalten, das bringt Wanderern, Radfahrern und Landwirten etwas.

Puchinger: Regionale Lebensmittelnahversorgung, ärztliche Betreuung und regionale Wasserversorgung sicherstellen. Bestehenden Wohnraum nutzen, sanieren und fördern. Öffentlichen Bahn- und Busverkehr ausbauen, Mikrosysteme (Sammeltaxis) verbessern und leistbar gestalten. Erneuerbare Energien verstärkt fördern.

Warum soll man am 26. Jänner Ihnen die Stimme geben?

Datler: Wir stehen für eine gemeinsame Herangehensweise und haben gezeigt, dass man Lösungen zu verschiedenen Themen findet.

Jony: Wegen meiner Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz, sozialen Kompetenz und Freude am Dialog.

Pischinger: Um einen stärkeren Gegenpart zur übermächtigen ÖVP zu schaffen.

Puchinger: Weil wir zukunftsorientiert arbeiten und die Interessen aller Gemeindebürger vertreten werden.

Welches Wahlergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Datler: Den Stand von 15 Mandaten im Gemeinderat halten zu können.

Jony: Ein Erfolg wäre, den Mandatsstand zu halten, schön wäre ein zusätzliches Mandat.

Pischinger: Ein bis zwei Mandate.

Puchinger: Mit einem Gemeinderatssitz dabei zu sein ist gut, zwei oder drei wären wirklich ein Erfolg.

Falls es am 27. Jänner keine Partei mit absoluter Mehrheit gibt: Welche Rolle soll Ihre Fraktion dann in der Gemeinde spielen?

Datler: Mein Team und ich werden mit voller Energie für unsere Bevölkerung arbeiten. Mit einem positiven Wahlergebnis ausgestattet, werden wir gemeinsam über politische Grenze hinweg Themen und Probleme angehen.

Jony: Realistisch gesehen wird die ÖVP die absolute Mehrheit erhalten, die SPÖ ist mit dem neu aufgestellten Team bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich mit Vorschlägen und Verbesserungen einzubringen.

Pischinger: Wir werden konstruktiv mit allen kooperieren. Bei der Wahl zum Bürgermeister unterstützen wir den Vorschlag der stimmenstärksten Fraktion. Wichtig ist mir, die Vielfalt eines Wahlergebnisses zu respektieren.

Puchinger: Es ist nicht zu erwarten, aber wenn doch, so würden wir gerne aktiv als geschäftsführende Gemeinderäte mitarbeiten.