Bezirk Waidhofen: Akzeptanz für Gäste-Registrierung. Weniger schlimm als befürchtet war der Gästerückgang aufgrund der verpflichtenden Registrierung. Problem sind Masken.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 14. Oktober 2020 (11:38)
Nicole Gschmeidler vom Gasthaus zu den 3 Kronen in Vitis und Andrea Hrovat füllen das Registrierungsblatt aus.
Gerald Muthsam

In der Vorwoche trat die verpflichtende Gäste-Registrierung in der Gastronomie für orange gefärbte Bezirke in Kraft. Der befürchtete Gästerückgang bewahrheitete sich dabei nur zum Teil.

Im Tell: „Erster Tag war erschreckend“. „Der erste Tag am Montag war echt erschreckend“, erzählt Tell-Betreiber Stephan Kainz aus Waidhofen. „Da hat man gemerkt, dass die Gäste nicht damit zurechtkommen und gar nicht fortgehen.“

In den folgenden Tagen hätte es sich wieder langsam gesteigert, aber das Wochenende wäre auch noch nicht so gewesen wie die vergangenen. „Man muss jetzt beobachten, wie es weitergeht.“

„Einfacher ist es, wenn die Gäste die von der Wirtschaftskammer empfohlene App nützen. Daten werden automatisch gelöscht.“Stephan Kainz

Manche Gäste seien weniger einsichtig gewesen, die meisten hätten jedoch das Formular ohne Diskussion ausgefüllt oder sich über die App registriert. „Die Alternative wäre, zuhause zu bleiben, und das will man ja auch nicht auf Dauer“, sagt der Wirt. „Ich glaube, dass die Maßnahme Sinn macht, und das werden auch viele so sehen.“

Wirtschaftskammer-App wird empfohlen

Kainz erklärt: Fantasienamen bei den Angaben seien noch keine aufgefallen. „Es ist halt schon eine irrsinnige Zettelwirtschaft“, gibt er zu. „Darum ist es für mich einfacher, wenn die Gäste, die von der Wirtschaftskammer empfohlene App nützen. Da hat der Wirt gar keinen Zugriff auf die Daten, und diese werden automatisch gelöscht, wenn kein Fall auftritt.“

Trefanitz: Größerer Knackpunkt war die Maskenpflicht

Nur einen geringfügigen Gästerückgang beobachtet man im Gasthaus Trefanitz in Thaya. „Der größere Knackpunkt war die Wiedereinführung der Maskenpflicht“, erzählt Roman Trefanitz. „Es war eigentlich ein super Sommer, dann sind die Besucherzahlen schlagartig um rund ein Drittel eingebrochen. Essen wird bereits wieder vermehrt abgeholt, denn hier muss man nichts ausfüllen.“

„Manche kommen zwei- oder dreimal am Tag“

Für die Stammgäste hätte man schon fertig ausgefüllte Datenblätter vorbereitet, hier würden nur mehr Tischnummer, Datum und Uhrzeit eingefügt, wenn sie kommen. „Manche Gäste kommen zwei- oder dreimal am Tag, die kann man nicht jedes Mal das Formular ausfüllen lassen“, findet Trefanitz.

„Wir mussten einigen Besuchern erklären, dass die Daten ohnehin bei uns bleiben und nach vier Wochen von uns vernichtet werden“, führt er aus. „Im Großen und Ganzen müssen wir mit unseren Stammgästen zufrieden sein, die bleiben uns auch jetzt treu. Es regt sich bei uns niemand auf, wer es wirklich nicht will, kommt eben nicht.“

Meli’s: Zehn-Personen-Beschränkung als Problem

Im Café-Restaurant Meli’s (Dobersberg) nimmt man es auch gelassen. „Die Gäste beschweren sich nicht und machen sich teilweise einen Spaß damit“, erzählt Besitzern Melitta Leuthner. „Manche füllen es schon zuhause aus, älteren Gästen muss man gelegentlich helfen. Die Jungen registrieren sich mit dem Handy. Das größere Problem haben die Leute mit der Zehn-Personen-Beschränkung für Privatfeiern.“

Im Oswald’s: Keine Fantasienamen

Jürgen Scharizer vom Café-Restaurant Oswald’s in Waidhofen berichtet schon von einem Gästerückgang, dieser halte sich jedoch in Grenzen. „Es halten sich auch alle an die neue Vorschrift und füllen den Zettel aus oder scannen den QR-Code.“ Natürlich achte man auch darauf, dass keine offensichtlichen Fantasienamen verwendet würden. „Sollte wirklich so etwas wie Donald Duck eingetragen werden, würden wir sicher darauf hinweisen“, sagt Scharizer. „Doch das kommt bei unserer Gästeschicht nicht vor.“

Schwer täten sich vor allem ältere Gäste mit dem Lesen und Ausfüllen. „Jammern nützt jetzt sowieso nichts, da muss man durch“, erklärt er. „Es wird das Jahr 2022 kommen, wo endgültig alles vorbei ist. 2021 wird es uns wohl noch beschäftigen.“

Löffler & 3 Kronen: Weniger Gäste

Kein erfreutes Gesicht sah man beim Personal im Stadt-Pub Löffler in Waidhofen. Der Gästerückgang sei in den ersten Tagen sehr deutlich gewesen.

Dies beobachtet auch Kellnerin Nicole Gschmeidler vom Gasthaus zu den 3 Kronen in Vitis. „Die Maskenpflicht hat jedoch mehr abgeschreckt“, erzählt sie. Das Formular werde ohne Kommentar ausgefüllt, richtige Verweigerer gebe es bis jetzt nicht. Weihnachtsfeiern werde es wohl heuer keine im Gasthaus geben.